Damaskus: Rückzug der Armee erst nach Garantien der Opposition

Damaskus (APA/AFP) - Die syrische Regierung will ihre Truppen aus den umkämpften Städten des Landes erst abziehen, wenn die Opposition „schr...

  • Artikel
  • Diskussion

Damaskus (APA/AFP) - Die syrische Regierung will ihre Truppen aus den umkämpften Städten des Landes erst abziehen, wenn die Opposition „schriftliche Garantien“ für ein Ende der Gewalt vorlegt. Den 10. April als Frist für den Rückzug der Truppen zu bezeichnen, sei „nicht exakt“, erklärte das syrische Außenministerium am Sonntag. Erst müssten die „bewaffneten terroristischen Gruppen“ schriftlich ein Ende „jeder Form der Gewalt“ zusagen. Der internationale Syrien-Sondergesandte Kofi Annan habe entsprechende Garantien noch nicht vorgelegt.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die syrische Führung „dringend“ aufgefordert, bis zum kommenden Dienstag die Truppen aus den Protesthochburgen abzuziehen. Die syrische Opposition soll spätestens am Donnerstag alle Angriffe einstellen. Annan hatte erklärt, Syriens Staatschef Bashar al-Assad habe der Frist für eine Waffenruhe zugestimmt.

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten geht die syrische Armee aber kurz vor Ablauf der Frist weiter mit aller Härte gegen die Oppositionsbewegung vor. Allein am Samstag wurden nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte rund 130 Menschen getötet, mehr als 85 von ihnen Zivilisten.

Am Samstagabend hatte der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan der syrischen Führung mit „Maßnahmen“ gedroht, sollte sie die Waffenruhe nicht einhalten. „Wir werden geduldig beobachten, was bis zum 10. April passiert“, sagte Erdogan nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“. Sollte die Gewalt nicht enden, würden „Maßnahmen umgesetzt“. Welche Maßnahmen seine Regierung genau ergreifen will, sagte Erdogan nicht.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

Die Türkei sorgt sich angesichts der großen Zahl syrischer Flüchtlinge, die vor den Kämpfen in die Türkei fliehen. Allein seit Donnerstag waren es rund 4.000 Menschen, derzeit leben in türkischen Flüchtlingslagern nach Angaben der Regierung in Ankara mehr als 24.000 Syrer.


Kommentieren