Israel nennt Forderungen für Atomgespräche mit dem Iran

Tel Aviv (APA/dpa) - Israel hat vor den Atomgesprächen mit dem Iran eine Reihe von Forderungen aufgestellt. Der Iran müsse beispielsweise au...

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Tel Aviv (APA/dpa) - Israel hat vor den Atomgesprächen mit dem Iran eine Reihe von Forderungen aufgestellt. Der Iran müsse beispielsweise auf eine Anreicherung von Uran auf 20 Prozent verzichten, teilte Verteidigungsminister Ehud Barak am Sonntag nach Angaben seines Büros mit. Bestehende Vorräte an diesem höher angereicherten Material müssten außer Landes gebracht werden.

Israel nimmt nicht an den Atomgesprächen zwischen dem Iran sowie den fünf UNO-Vetomächten (Russland, China, Frankreich, Großbritannien, USA) sowie Deutschland teil. Diese sollen am Freitag in Istanbul fortgesetzt werden. Israel droht nach Medienberichten mit einem Militärschlag gegen Atomanlagen im Iran. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm in seiner Existenz bedroht und betont immer wieder, es werde eine atomare Aufrüstung im Iran keinesfalls hinnehmen. Die Führung in Teheran bestreitet, dass sie Atomwaffen entwickelt. Israel selbst dürfte über Kernwaffen verfügen, hat das aber im Rahmen einer Politik der „nuklearen Zweideutigkeit“ nicht offiziell eingeräumt und ist dem Atomwaffensperrvertrag im Gegensatz zum Iran nicht beigetreten.

Zu den weiteren Forderungen Israels gehört, dass die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA bzw. IAEO) das iranische Atomprogramm vollständig überwacht. Teheran müsse auch alle Aktivitäten in Bereichen offenlegen, die Teil eines Militärprogramms sein könnten. Israel verlange zudem eine Stilllegung der unterirdischen Anreicherungsanlage Fordo bei Ghom.

Teheran hat erklärt, das auf 20 Prozent angereicherte Uran werde für medizinische Zwecke, etwa zur Bestrahlung von Krebspatienten gebraucht. Kritiker fürchten demgegenüber, dass die höhere Uran-Anreicherung militärischen Zwecken dienen könnte. Während für den Betrieb eines Atomkraftwerks ein Anreicherungsgrad von wenigen Prozent ausreicht, werden für eine Atombombe mindestens 80 Prozent benötigt.

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