Britische Justiz gegen Israel-Abschiebung von umstrittenem Aktivisten

London (APA/AFP) - Die britische Justiz hat die Ausweisung des umstrittenen arabisch-israelischen Aktivisten Scheich Raed Salah nach Israel ...

  • Artikel
  • Diskussion

London (APA/AFP) - Die britische Justiz hat die Ausweisung des umstrittenen arabisch-israelischen Aktivisten Scheich Raed Salah nach Israel untersagt. Das britische Innenministerium teilte am Sonntag mit, dass ein Berufungsgericht eine vorherige Entscheidung in erster Instanz widerrief, nach der die Ausweisung möglich gewesen wäre. Die Regierung will die Ausweisung durch weitere juristische Schritte doch noch erreichen. Salah wurde im Juni 2011 in London festgenommen, nachdem ihm unter ungeklärten Umständen die Einreise gelungen war. Der achtfache Vater gehört zu den 1,3 Millionen Arabern, die in Israel leben.

Salah war nach London gereist, um bei einer Veranstaltung im Unterhaus des britischen Parlaments zu sprechen. Diese wurde von der Palästinensischen Solidaritätskampagne (PSC) organisiert. Salah ist Chef des radikalen Flügels der Islamischen Bewegung, die in Israel zwar toleriert wird, aber ständiger Beobachtung unterliegt. Sie wird verdächtigt, Verbindungen zur radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas zu haben, die den Gazastreifen kontrolliert. Die PSC-Leiterin Sarah Colborne begrüßte die Entscheidung der britischen Justiz.

Salah wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in Israel inhaftiert. 2010 wurde er zudem festgenommen, nachdem er an einer Hilfsflotte für den Gazastreifen teilgenommen hatte, die von einem israelischen Marinekommando gestürmt wurde. Dabei wurden neun Menschen getötet.


Kommentieren