Von Georgien abtrünniges Südossetien wählte neuen Staatschef

Zchinwali (APA/AFP) - Die Wähler der von Georgien abtrünnigen Region Südossetien haben am Sonntag in einer Stichwahl einen neuen Präsidenten...

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Zchinwali (APA/AFP) - Die Wähler der von Georgien abtrünnigen Region Südossetien haben am Sonntag in einer Stichwahl einen neuen Präsidenten bestimmt. Nach Auszählung von gut zwei Dritteln der Stimmen zeichnete sich am Abend ein deutlicher Vorsprung für den ehemalige örtlichen KGB-Chef Leonid Tibolew ab.

Wie die örtliche Agentur Res meldete, kam er auf fast 56 Prozent, gefolgt vom früheren Menschenrechtsbeauftragten beim südossetischen Präsidenten, David Sanakojew, mit gut 41 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 70 Prozent.

Auch in der ersten Runde Ende März war der 60-jährige Tibilow vor dem 35-jährigen Sanakojew auf den ersten Platz gekommen. Um die Nachfolge des früheren Staatschefs Eduard Kokojty hatten sich damals insgesamt vier Kandidaten beworben.

Bereits im November hatte es in Südossetien eine Präsidentschaftswahl gegeben. Dabei setzte sich in der Stichwahl überraschend die frühere Bildungsministerin Alla Dschiojewa gegen Kokojtys vom Kreml unterstützten Kandidaten, Katastrophenschutzminister Anatoli Bibilow, durch.

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Das Oberste Gericht erklärte das Wahlergebnis aber für ungültig und setzte Neuwahlen für den 25. März an. Als sich Dschiojewa im Februar zur Präsidentin ausrufen wollte, ging die Polizei nach Angaben ihrer Anhänger gewaltsam gegen sie vor. Diesmal gab es nach Angaben der Wahlkommission keine größeren Probleme.

Der künftige Präsident wird international kaum als Staatsoberhaupt wahrgenommen werden. Seit dem Krieg zwischen Tiflis und Moskau um Südossetien im Jahr 2008 wird die Unabhängigkeit des kleinen Gebiets nur von Russland und wenigen anderen Staaten in Lateinamerika und der Pazifikregion anerkannt.


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