Bundespräsident Fischer nach Armenien abgereist

Bei dem Besuch in der Kaukasusrepublik sollen die bilateralen Beziehungen, der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die EU-Annäherung Armeniens thematisiert werden,

Wien – Als erster österreichischer Bundespräsident ist Heinz Fischer am Montag in Begleitung seiner Frau Margit Fischer und einer Wirtschaftsdelegation zu einem dreitägigen offiziellen Besuch nach Armenien aufgebrochen. Am Abend wurde der Bundespräsident in der Hauptstadt Eriwan (Jerewan) erwartet. Am Dienstag wird Fischer von Präsident Serzh Sargsyan mit militärischen Ehren empfangen.

Mit dem Bundespräsidenten reisen unter anderen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz nach Armenien. Fischer wird auch mit Premierminister Tigran Sargsyan, und dem Parlamentspräsidenten Samvel Nikoyan sowie mit dem armenisch-apostolischen Kirchenführer Karekin II. zusammentreffen.

Dienstag Nachmittag werden der Bundespräsident und seine Frau beim Denkmal der Opfer des Völkermords an den Armeniern einen Kranz niederlegen. Am Abend werden Fischer und seine Delegation am österreichisch-armenischen Wirtschaftsforum im Hotel Marriott Armenia teilnehmen.

Zu den voraussichtlichen Gesprächsthemen zählen die bilateralen Beziehungen, der Ausbaus der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die EU-Annäherung der Kaukasusrepublik, der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach sowie Fragen betreffend die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich, deren Anerkennung als Völkermord von Armenien gefordert wird.

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Von armenischer Seite wird beklagt, dass Österreich noch keine eigene Botschaft in Eriwan eröffnet hat, obwohl seit 20 Jahren politische Beziehungen bestehen. 2002 hatte der damalige armenische Präsident Robert Kocaryan (Kotscharian) Österreich besucht.

In einem am Wochenende in der armenischen Tageszeitung ‚‘Hayastani Hanrapetutyun‘‘ (‚‘Republik Armenien‘‘) veröffentlichten Interview nannte Fischer die bilateralen Beziehungen „ausgezeichnet und von einem sehr freundschaftlichen Geist gepflegt“. Der Bundespräsident begrüßte zudem, dass die seit Juli 2010 laufenden Verhandlungen zu einem Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Armenien - die auch ein Freihandelsabkommen umfassen - sehr erfolgreich verlaufen seien.

Weiters betonte Fischer, dass sich Österreich für eine friedliche Lösung des Konflikts um Berg-Karabach einsetze. Er forderte die Konfliktparteien zu „konkreten vertrauens- und sicherheitsbildenden Maßnahmen“ auf.


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