1700 „Nackerte“ für Spencer Tunick auf dem Münchner Odeonsplatz

Der US-Künstler schuf aus den bemalten Körpern in der bayerischen Landeshauptstadt Motive zum „Ring der Nibelungen“.

München – Rund 1.700 Menschen haben am Samstag nackt für ein Fotoshooting des US-Künstlers Spencer Tunick in München posiert. Die Teilnehmer zogen sich am Marstallplatz aus und bemalten sich selbst mit Körperfarbe. Die roten und goldenen Leiber formierten sich dann an vier verschiedenen Orten zu Elementen aus Wagners „Ring des Nibelungen“. Die Bayerische Staatsoper startete damit ihre Opernfestspiele.

Kurz nach Sonnenaufgang um 5.15 Uhr, bei einer Temperatur von knapp 13 Grad, machte Tunick seine ersten Aufnahmen auf der Ludwigstrasse mit Blick auf das Siegestor. Hunderte rote Körper formten eine Flamme, sinnbildlich für Wagners Unterwelt „Nibelheim“.

Einem feurigen Drachenschlund glich das Motiv auf dem Odeonsplatz. Der Max-Joseph-Platz war Treffpunkt für alle roten und goldenen Teilnehmer, die das Hauptmotiv bildeten - den Ring. Im prunkvollen Königssaal des Nationaltheaters stellte ein Berg aus goldenen Körpern zuletzt den angehäuften Reichtum dar.

„Das Anmalen der Körper, die Farben, die Orte und Formen - alles ist neu für mich und versetzt mich in große Aufregung“, sagte der Fotokünstler. Der „Ring“ ist Tunicks erste groß angelegte Aktion in Deutschland. Rund 80 freiwillige Helfer unterstützten die Mitarbeiter von Tunick.

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Das Nationaltheater zeigt ab dem 30. Juni ein vierminütiges Video über das Münchner Shooting. Die nächsten Aufnahmen plant der Künstler in Berlin, Skandinavien und Italien.

Ursprünglich hatten sich sogar 2500 Menschen gemeldet, um hüllenlos für Tunick in München zu posieren. Etliche fehlten aber schließlich bei der Aktion. Der Künstler hatte aus Erfahrung schon damit gerechnet, dass viele seiner potenziellen Modelle kurzfristig wieder abspringen. (APA/dpa)


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