Polizei befreite schreiendes Kleinkind aus geparktem Auto

Nach rund eineinhalb Stunden allein in der Hitze, holte die Polizei das Kind in Kapfenberg aus dem Pkw. Die Eltern wurden angezeigt, sie sprachen von einem Missverständnis.

Symbolfoto
© TT / Thomas Böhm

Graz - Ein 22 Monate altes Kind ist Sonntagnachmittag in Kapfenberg von der Polizei aus einem geparkten Auto befreit worden. Eine Passantin hatte die Exekutive gerufen, weil das Kleinkind schrie und und bei etwa 28 Grad Außentemperatur offenbar alleine zurückgelassen worden war. Die Eltern, ein Ehepaar aus Wien, stimmte nach der Erstversorgung durch das Rote Kreuz einer Untersuchung im Spital nicht zu, wie die Polizei mitteilte. Die beiden wurden angezeigt.

Einer Frau, die sich als Gast in einem Lokal nahe dem Parkplatz in der Grazerstraße aufhielt, war das Schreien des knapp Zweijährigen aufgefallen. Sie verständigte die Polizei. Weil der Wagen versperrt war, schlugen die Beamten die Seitenscheibe ein, holten den Kleinen aus dem Fond und versorgten ihn mit Flüssigkeit. Er zeigte laut Polizeiangaben bereits Spuren von Dehydration und schwitzte am ganzen Körper.

Eltern lehnten Untersuchung ab

Nach der Erstversorgung durch das Rote Kreuz wollten die Helfer den Buben mit ins Krankenhaus nehmen, um ihn genauer untersuchen zu lassen. Die inzwischen eingetroffenen Eltern lehnten dies jedoch mittels Revers ab. Weil keine unmittelbare Gefahr mehr bestand, wurde das Kind zurück in die Obhut der Eltern gegeben. Das Paar wurde wegen Vernachlässigung der Pflege, Erziehung oder Beaufsichtigung angezeigt.

Begründet wurde der Umstand, dass der Bub bei Hitze eineinhalb Stunden im Auto zurückgelassen worden war, von den beiden mit einem Missverständnis: Sie beide hätten - verschiedene - Verwandte besucht, hatten aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten den Wagen verlassen. Dabei habe der eine vom anderen geglaubt, er bzw. sie kümmere sich um den Kleinen. (APA)

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