Allianz gegen die ÖVP in Hall

SP-Bürgermeisterkandidatin Karin Klocker erhält für die Stichwahl die Unterstützung von Grünen und „Für Hall“.

Von Christoph Mair

Hall –Zwar betonen Maria Meister (Für Hall) und Barbara Schramm-Skoficz (Grüne), dass ihre Empfehlung, bei der Haller Bürgermeisterstichwahl am Sonntag für Vize-BM Karin Klocker (SPÖ) zu stimmen, nichts mit „Personen oder Parteien“ zu tun habe. Es gehe darum, „aus demokratiepolitischen Gründen“ der Großpartei eine politisch andersfarbige Bürgermeisterin gegenüberzustellen. Die Großpartei ist in Hall derzeit nun einmal die mit absoluter Mehrheit regierende ÖVP.

Mit deren Politik sei man in den vergangenen zwei Jahren „nicht einverstanden“ gewesen, betonte Schramm-Skoficz. Es habe „kaum Information und keine Diskussion gegeben“, setzte Stadträtin Christina Haslwanter, Chefin der Liste Für Hall, nach. „Das war keine Politik des Miteinanders und des Dialoges, sondern ein Drüberfahren.“

Das lässt die VP-Kandidatin, Vize-BM Eva Maria Posch, nicht so stehen. Via Aussendung erinnert sie daran, dass die ÖVP nach der Wahl 2010 jeweils einen Ausschussvorsitz an SPÖ und Für Hall abgegeben habe und für die Grünen sogar auf einen Sitz im Überprüfungsausschuss verzichtet habe. Konter der Opposition: Ein Ausschussvorsitzender habe „nichts zu melden“.

Die rot-grün-goldene (Parteifarbe von Für Hall, Anm.) Allianz setzt vielmehr darauf, dass eine Stadtchefin ohne politische Mehrheit im Rücken zwangsläufig auf Zusammenarbeit setzen muss. Eine gegenseitige Blockade wie in Hall zwischen 2004 und 2010 fürchtet Klocker nicht und beteuert, alle Fraktionen in Entscheidungen einbinden zu wollen, z. B. über eine regelmäßigen Jour fixe. Auch Posch, die im ersten Wahlgang mit knapp 49,6 % nur um 22 Stimmen an der nötigen Mehrheit gescheitert war, versichert, als Bürgermeisterin alle Fraktionsführer zu einem Gespräch einladen zu wollen. Klocker ist trotz großen Abstands (24 %) weiter überzeugt, Stadchefin werden zu können. „Die SPÖ war in Hall noch nie in einer Stichwahl.“ Sie hofft auch auf Stimmen aus dem großen Lager der Nichtwähler, in Runde eins waren nur knapp 51 % der Wähler zur Urne gegangen.

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