Eltern zahlen heuer acht Millionen Euro für Nachhilfe

Bereits jeder dritte Tiroler Schüler braucht Nachhilfe. Pro Kind betragen die Kosten dafür rund 490 Euro im Jahr.

Innsbruck –„Das schulische Fortkommen darf nicht von der Geldtasche der Eltern abhängen“, schlägt Erwin Zangerl, Präsident der Tiroler Arbeiterkammer, Alarm. Eine aktuelle Studie belegt, dass bereits jeder dritte Schüler in Tirol Nachhilfe braucht. Acht Millionen Euro müssen Eltern allein heuer dafür berappen.

„Alle Kinder brauchen die gleichen Chancen von klein auf. Das geht nur mit Förderunterricht, ganztägigen Schulmodellen und einer verpflichtenden Berufsorientierung“, fordert Zangerl. Trotz großem Nachhilfeaufkommen müssen laut Studie drei Viertel aller Eltern am Nachmittag mit ihren Kindern lernen. Die Gesamtausgaben für Nachhilfe sind zwar zurückgegangen, Entwarnung gebe es laut Arbeiterkammer aber keine. Dass die Summe der Kosten zurückgegangen sei, liege laut AK in erster Linie daran, dass sich immer weniger Eltern eine professionelle und kostspielige Nachhilfe bei einem privaten Institut leisten könnten. Entlastung könne laut Arbeiterkammer die Ausweitung der frühkindlichen Förderung im Kindergarten ab dem dritten Lebensjahr bringen. Laufe ein Kind Gefahr, zum Schulschluss negativ abzuschließen, sollten Lernförderung und sozialpsychologische Betreuung in der Schule verpflichtend sein.

„Beim laufenden Ausbau der schulischen Nachmittagsbetreuung ist die echte Ganztagesschule die beste Lösung“, sagt Zangerl. In der aktuellen Befragung gaben 65 Prozent der Haushalte an, dass Nachhilfe vor Schularbeiten, Tests und Prüfungen nötig werde. Nach wie vor entfällt der AK-Studie zufolge bei den Fächern der größte Nachhilfe-Anteil auf Mathematik, das in 60 Prozent der Haushalte als Nachhilfefach angegeben wird, gefolgt von Sprachfächern und Deutsch.

Am Nachhilfemarkt verdienen größtenteils Studierende (30 Prozent), private Nachhilfeinstitute (28 Prozent) und Lehrer (28 Prozent). Um die Nachhilfeproblematik in den Griff zu bekommen, sollte der Unterricht laut Arbeiterkammer so gestaltet werden, dass die Schüler den Lernstoff auch verstehen. Die Lehrerfortbildung müsse intensiviert werden. Auch mehr Klassenteilungen in einzelnen Fächern sollten vorgenommen werden. (TT)

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