Nach Streit: Erste zweisprachige Schilder in Südtirol

Zwei Jahre nach Beginn der Debatte werden neue Kennzeichnungen unter anderem von Wanderwegen angebracht.

Bozen - Rund zwei Jahre nach dem zwischen Rom und Bozen geführten Streit um zweisprachige Schilder und Namensbezeichnungen etwa für Wanderwege oder Flurnamen scheint Südtirol in der Umsetzung tätigt zu werden. Der Alpenverein Südtirol (AVS) soll nun mit dem Austausch der ersten einsprachigen Schildern in zweisprachige beginnen, hieß es in einer Pressekonferenz nach der Regierungssitzung in Bozen am Montag.

Nach Angaben von Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) werde dies aufgrund der großen Anzahl an Schildern „längere Zeit dauern“. Vorerst solle der AVS jene Bezeichnungen austauschen, bei denen es mit Rom eine Einigung gebe. „Bei 1.420 der 1.500 Wegweiser ist alles klar. Wenn diese Schilder verwittert oder unleserlich sind, können sie durch neue ersetzt werden“, sagte Durnwalder. Bei den 80 noch strittigen Namen wolle man noch abwarten. Der Landeshauptmann hoffte aber, dass es durch das Gesetz zur Ortsnamenregelung auch in diesen Fällen bald zu einer Regelung kommen werde.

Der Alpenverein werde auf der Grundlage des Abkommens zwischen Durnwalder und dem damaligen Regionenminister Raffaele Fitto (PdL) vorgehen und die Schilder zweisprachig beziehungsweise zum Teil mit Piktogrammen beschriften. Dabei werden Holzschilder verwendet, Schilder in einer Aluminiumlegierung waren vom Alpenverein abgelehnt worden.

Hintergrund der mitunter erbittert geführten Debatte war, dass die italienische Regierung von Südtirol eine flächendeckende Aufstellung von 60.000 zweisprachigen Wanderschildern gefordert hatte. Innerhalb von zwei Monaten hätten demnach 36.000 nur auf Deutsch gehaltene Hinweistafeln zu Berghütten oder Berggipfeln ausgetauscht werden sollen, was die Südtiroler Landesregierung damals als unmöglich bezeichnete. Schließlich waren 1.500 Schilder wegen ihrer einsprachigen Ortsangabe beanstandet worden. Eine paritätisch besetzte Kommission wurde mit den betroffenen Ortsbezeichnungen und einer Abänderung konfrontiert. (APA)

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