Jungfamilie wächst schnell heran

Mit dem Prius+ bietet Toyota erstmals einen siebensitzigen Kompaktvan an, der über die zukunftsweisende Hybridtechnik der Basislimousine verfügt, darüber hinaus mit Platz für Personen und Ladegut nicht geizt.

Von Markus Höscheler

Bratislava –Den Erfolg versprechenden Samen säten die Japaner in den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts: Damals verbanden die Techniker von Toyota einen Benzinmotor mit einem Elektroaggregat und einer wiederaufladbaren Batterie. Um diese neuartige Antriebsart formten die Asiaten eine stromlinienförmige Karosserie, das Konstrukt erhielt dann den Namen Prius. Mit dem Hybridfahrzeug bewegte sich Toyota ab 1997 auf die Kundschaft zu.

Und die Klientel war neugierig auf den Triebwerksmix, zunächst verhalten beim Prius der ersten Generation, umso kauffreudiger beim ab 2003 verfügbaren Nachfolger. Insgesamt setzte Toyota weltweit bis heute über vier Millionen Hybride ab. Zwei Drittel davon gehen auf das Konto des Prius, doch allmählich kommen immer mehr Baureihen in den Genuss der Innovation. Abseits von Lexus-Hybriden bietet Toyota den alternativen Antrieb im Auris und im Yaris an. Und ganz neu ist die verlängerte Version der Ausgangsbasis, der Prius+.

Der hierzulande als Siebensitzer angebotene Kompaktvan kopiert allerdings nicht einfach seinen Genspender, sondern entwickelt ihn beachtlich weiter. Statt eines Nickelmetallhydridakkus kommen erstmals leichtere Lithium-Ionen-Zellen zum Einsatz. Der Batteriepack ist nicht mehr im Kofferraum, sondern zwischen den beiden Vordersitzen untergebracht. Das kostet zwar dort etwas Ablagefläche, dafür hat der Prius+ insgesamt ein zufrieden stellendes Ladevolumen. Es reicht von 232 bis 1750 Liter.

Platz ist also reichlich da im 4615 mm langen (135 mm länger als die Limousine), 1775 mm breiten (+ 30 mm) und 1575 mm hohen (+ 80 mm) Prius+, auch für die Insassen.

Und erst recht für die zuvor angesprochene Antriebstechnik. Toyota spannt im Prius+ einen 99 PS starken 1,8-Liter-Vierzylinderbenziner mit einem 80 PS starken Elektromotor zusammen, generiert daraus eine maximal mögliche Systemleistung von 136 PS. Die Hybridtechnik ist verbrauchsschonend ausgelegt, das beweisen der Normverbrauch von 4,1 l/100 km und der CO2-Ausstoß von 96 g/km. So unrealistisch sind die Werte nicht, wie Probefahrten zwischen Wien, Rust und Bratislava zeigen: Wir pendelten zwischen 5,0 und 5,7 l/100 km, stark abhängig vom Autobahnanteil. Sehr starke Beschleunigung honoriert der Benzinmotor mit relativ lauter Beschallung, was auch mit der eingebauten stufenlosen Automatik (CVT) zusammenhängt. Im niedrigeren Geschwindigkeitsbereich – vor allem bis 50 km/h – behauptet sich allerdings vorwiegend der leise Elektromotor. Rein elektrisches Fahren ist mit geladener Batterie mehrere hundert Meter möglich, im günstigsten Fall sind es zwei Kilometer.

Dem alternativen Antrieb entspricht die Gestaltung der Armaturen: Eine breite digitale Anzeige, mittig angebracht, stellt die wichtigsten Fahrzeugdaten dar, optional bereitet ein kleines Head-up-Display (HuD) auf der Windschutzscheibe Zusatzinformationen auf. Recht hoch, und damit komfortabel angebracht ist der Wählhebel, der über eine Zusatzgasse mit der Kennzeichnung B verfügt. Deren Aktivierung erhöht die Bremswirkung und damit die Rekuperation, also das Aufladen der Batterie im Schubbetrieb.

Die Inbetriebnahme des Prius+ ist ab 31.500 Euro gestattet, in diesem Fall mit der Business-Ausstattung. Diese inkludiert Klimaautomatik, das Multimediasystem Toyota Touch, Tempomat, Regensensoren, und Alufelgen. Comfort beinhaltet ab 33.150 Euro das HuD, eine Rückfahrkamera und ein Panoramadach. Premium beherbergt darüber hinaus das Navigationssystem Touch & Go, eine JBL-Soundanlage, einen Einparkassistenten, 17-Zoll-Alufelgen, Sitzheizung und LED-Scheinwerfer – ab 38.540 Euro.


Kommentieren


Schlagworte