La dolce vita für diätbewusste Traditionalisten

Die Vespa ist weit mehr als ein Roller, sie ist eine Designikone. Nun hat man ihr auch das Sparen beigebracht.

Von Armin Farkas

Rom –Kein anderes Fahrzeug steht so exemplarisch für die Leichtigkeit der südeuropäischen Lebensart wie die Vespa. Welche Stadt wäre also besser geeignet, die neueste Generation der Modelle LX und S vorzustellen, als Rom, bekannt durch jahrtausendalte Architektur einerseits und zeitgenössische Verkehrshektik andererseits. Wie die italienische Hauptstadt ist die Vespa von einer starken Ambivalenz geprägt, einerseits das seit den fünfziger Jahren beinahe unveränderte, zeitlose Design, andererseits eine brandneue Motorengeneration, die mit modernster Technik aufwartet.

Der 125-ccm-Motor, der hinter der klassischen Fassade der neuen LX- und S-Modelle arbeitet, ist eine komplette Neuentwicklung. Der luftgekühlte Dreiventiler verfügt über eine elektronische Einspritzanlage, leistet 8,5 kW und soll durchzugsstärker, aber gleichzeitig deutlich verbrauchsärmer sein als sein Vorgänger. Möglich gemacht wird dies durch eine effizientere Verbrennung des Kraftstoffes.

Was sich hier in der Theorie so gut anhört, kann nach einer kurzen praktischen Testfahrt im Straßenchaos von Rom durchaus bestätigt werden. Der Umstand, dass sich die Vespa zwischen dem Betätigen des Gasgriffs und der Beschleunigung aus dem Stand keine Gedenkpause gönnt, wie man das von vielen 125-ccm-Rollern kennt, sorgt im Stadtverkehr mit seinen unzähligen Ampelstarts für Freude. Der Motor wirkt sehr dynamisch und hat nie ein Problem, den relativ leichten Roller samt Fahrer flott durch den Straßenverkehr zu bewegen.

Die kleine Vespa ist vermutlich das perfekte Fahrzeug für die Stadt, ihr geringes Gewicht und die kleinen Räder (elf Zoll vorne, zehn Zoll hinten) sorgen für ein geniales, fast fahrradartiges Handling. Weder Motor noch Bremsen sind so giftig, dass sie viel Aufmerksamkeit erfordern würden. Auch die Federung macht auf den zum Teil sehr unebenen Straßen eine gute Figur und darf als durchaus komfortabel bezeichnet werden.

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Trotz des Kultstatus hat die Vespa auch Seiten, die die Vernunft im Käufer anzusprechen. Der neue Motor soll mit einem Verbrauch von 1,8 Litern auf 100 Kilometern auskommen. Dies bedeutet bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 55 km/h eine Reichweite von deutlich über 450 Kilometer mit einer Tankfüllung. Ein Service ist nur noch alle 10.000 Kilometer notwendig und in den neuen Elektrostarter haben die Burschen von Piaggio so viel Vertrauen, dass sie beschlossen haben, den Kickstarter wegzulassen.

Ganz billig ist der Spaß mit etwas unter 4000 Euro nicht, aber immerhin bekommt man auch ein sehr hochwertiges Fahrzeug, das jederzeit einen hohen Wiederverkaufswert erzielt. Was vermutlich nebensächlich ist, denn wer sich einmal mit dem Vespa-Virus infiziert hat, gibt sie sowieso nicht mehr her.


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