Revolution im Reich der Sterne

Mercedes-Benz hat die A-Klasse neu erfunden und eine Revolution ausgelöst. So aufregend war bislang noch kein kleiner Mercedes. Das A steht für Angriffslust und zielt auf Audi A3 und 1er BMW.

Von Walter Schrott

Portoroz –Baby-Benz war einmal. Was die Stuttgarter mit dem Modellwechsel im September auf die Straßen schicken, ist im Vergleich zu den Vorgängern revolutionär. Ein echter Hingucker, diese neue A-Klasse, die einen radikalen Kurswechsel vornimmt. Tief und breit zieht der kompakte Stern seine Bahn. Kein Wunder, denn auch der Sandwichboden der Vorgänger ist Vergangenheit und damit auch die Hochsitzposition. Was letztlich den Designern den nötigen Spielraum für ein stilistisches Feuerwerk geschaffen hat.

Die bullige und lang gezogene Front im astreinen Mercedes-Look erinnert doch glatt an den Supersportwagen SLS, mit der skulpturhaften Silhouette signalisiert der knapp 4,30 Meter lange Viertürer, dass Fahrspaß eine seiner Tugenden ist. Das knackige Heck rundet den insgesamt gelungenen optischen Auftritt ab.

Auch in Sachen Interieur ließen sich die Designer von den großen Benz-Sportlern inspirieren. Fast fühlt man sich wie im Flieger-Cockpit. Große klassische Rundinstrumente, glasklare Anzeigen. Das ist Funktionalität in schönster Verpackung, völlig frei von unnötigem Schnickschnack und verspielter Mäuse-Kino-Atmosphäre. Dazu begeistern exzellente Sitze mit bestem Seitenhalt, griffige Lenkräder, raffinierte Oberflächen, hochwertige Materialien und gediegene Verarbeitungsqualität.

Alles in allem: Das A steht ganz klar für Angriffslust. Und die richtet sich eindeutig gegen den bayerischen 1er und Audis A3. Damit wird auch klar, was Mercedes vorhat. Die etablierten Fans sollen bei der Stange bleiben, aber vor allem soll die jüngere und somit eine neue Klientel gelockt werden. Unter anderem mit optionalen Ausstattungshighlights wie dem „Drive Kit Plus“, das umfassende iPhone-Integration bietet. Damit mag Mercedes der Generation Facebook in der neuen A-Klasse ein Zuhause auf Rädern bieten, die wahren Benzinbrüder wird’s kaltlassen.

Die finden Erfüllung, wenn die neue A-Klasse ihre Talente auf dem Asphalt ausspielt. Und das tut sie reichlich, wie wir auf ersten Testrunden in Slowenien feststellen durften. Fahrer und Auto sind eins, wenn der rassige Kompakt-Benz perfekt abgestimmt und ausbalanciert und von kraftvollen Motoren befeuert durchs Geläuf huscht. Einschlägige Assistenzsysteme sind entweder serienmäßig oder können optional geordert werden. Unter anderem sind die radargestützte Kollisionswarnung Collision Prevention Assist und die Müdigkeitserkennung Attention Assist immer an Bord. Mit dem breit gefächerten Antriebsprogramm will Mercedes alle Kundenansprüche befriedigen.

So bietet die Benzinertruppe Triebwerke von 122 über 156 bis 211 PS an. Eine AMG-Version (vermutlich 350 PS) folgt, dann feiert auch das Allradsystem 4Matic in der kompakten Baureihe Premiere.

Die Selbstzünderfraktion ist mit vorerst zwei Turbodieseln (109 und 136 PS) vertreten. Der 220 CDI mit 170 PS folgt. Je nach Triebwerk kommen 6-Gang-Schaltgetriebe oder die superschnelle 7G-Doppelkupplungsautomatik zum Einsatz.

Der Marktstart im September ist mit hohen Erwartungen verbunden. Selbstbewusst spekuliert Mercedes mit einer Eroberungsrate von 50 Prozent. Die Benziner liegen zwischen 24.950 und 39.015 Euro. Bei den Turbodieseln sind zwischen 26.700 und 28.950 Euro zu veranschlagen. Luft nach oben und Gelegenheit zu Individualisierung gibt’s reichlich mit attraktiven Ausstattungspaketen und einer ganzen Fülle von speziellen Ausstattungsfeatures. Exklusiv für Österreich gibt es die Edition Lifestyle samt Leder-Multifunktionslenkrad, Audio 20 CD, Leichtmetallfelgen, Zierelementen in Matrixoptik und Sportsitzen vorn um 1054 Euro und einem Preisvorteil von 25 Prozent.


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