Lockerer Djokovic-Auftakt auf jungfräulichem Wimbledon-Rasen

Auch Scharapowa und Federer starteten mit sicheren Siegen - Isner, Berdych, Venus Williams und Jankovic in 1. Runde out.

London - Das in den Wimbledon-Einzeln topgesetzte Duo hat sich am Montag seiner Auftakt-Gegner recht locker entledigt. Novak Djokovic besiegte im für den Titelverteidiger traditionell ersten auf dem Center Court gespielten Match den Spanier Juan Carlos Ferrero 6:3,6:3,6:1, Maria Scharapowa gewann gegen die Australierin Anastasia Rodionova 6:2,6:3. Der Schweizer Roger Federer (3) hatte bei seinem 6:1,6:1,6:1 gegen den Spanier Albert Ramos keine Mühe. Ausgeschieden sind unerwartet Tomas Berdych (6) und John Isner (11).

Djokovic genoss es, mit Ferrero als Erster in die große Arena zu dürfen: „Der Rasen war noch unberührt, so weich und glatt. Es war großartig, darauf zu spielen“, sagte der 25-jährige Serbe nach seinem Sieg im Duell zweier Grand-Slam-Sieger, hatte doch Ferrero die French Open 2003 gewonnen. „Es war aber auch ein einmaliges Gefühl“, fügte der „Djoker“ an. „Ich glaube, es ist das einzige Turnier, bei dem der Titelverteidiger schon zwölf Monate vorher weiß, wann er sein erstes Match spielen wird.“

Federer als Djokovics programmierter Halbfinalgegner hielt sich auf Court 1 „verbannt“ mit Wimbledon-Debütant Ramos nicht lange auf. Der 30-Jährige erhielt im 79-minütigen Match Gelegenheit, ein wenig an seinem Serve-and-Volley-Spiel zu arbeiten. „Ich habe auch gut returniert und ihn fast jedes einzelne Mal gebreakt.“ Besonders hob Federer die spezielle Wimbledon-Atmosphäre hervor. „Es gibt respektvollen Applaus, keine Musik. Man merkt, alles konzentriert sich mehr auf die Spieler und den Sport. Das ist schön.“

Scharapowa zog nach ihrem Start in die Rasen-Saison ein positives Resümee, den Umstieg von Sand auf den grünen Untergrund hatte sie vor Turnierbeginn als schwierigsten im Tennis-Jahr bezeichnet. „Im ersten Match ist es immer ein bisschen heikel, aber bis auf je einen Durchhänger am Ende der Sätze war es gut“, meinte die 25-jährige Russin. Ihr in Paris komplettierter Karriere-Grand-Slam befriedigt Scharapowa sportlich noch lange nicht. „Ich glaube, dass ich es noch besser kann. Und das treibt mich Tag für Tag an.“

Der tschechische 2010-Finalist Berdych und der US-Amerikaner Isner waren fix in der zweiten Turnierwoche erwartet worden, sind aber schon nach dem ersten Turniertag aus dem Rennen. Berdych unterlag in einem „Tiebreak-Drama“ dem Letten Ernests Gulbis 6:7(5),6:7(4),6:7(4). Isner hatte vor zwei Jahren in Runde eins mit dem längsten Match der Grand-Slam-Geschichte Schlagzeilen gemacht, diesmal sorgt seine 4:6,7:6(7),6:3,6:7(9),5:7-Niederlage gegen den Kolumbianer Alejandro Falla für Gesprächsstoff.

Böse erwischt hat es Venus Williams, die fünffache Wimbledon-Siegerin unterlag der Russin Jelena Wesnina 1:6,3:6. Seit ihrem Debüt 1997 war die US-Amerikanerin an der Church Road nicht mehr in Runde eins ausgeschieden. In Paris hatte die 32-Jährige nur eine Runde überstanden. „Leider habe ich mit Umständen zu kämpfen, die andere nicht haben“, bezog sie sich auf ihre Autoimmun-Krankheit Sjögen‘s-Syndrom. Von einem Karriere-Ende wollte sie aber nichts wissen. „Ich spüre, dass noch gutes Tennis in mir ist.“

Außerdem erwähnenswert sind bei den Damen klare Auftaktsiege der Polin Agnieszka Radwanska (3) und der Australierin Samantha Stosur (5) und ein 6:2,6:4-Sieg der Belgierin Kim Clijsters bei ihrem Wimbledon-Abschied gegen die Serbin Jelena Jankovic (18). Bei den Herren musste u.a. auch David Nalbandian die Segel streichen. Der argentinische Wimbledon-Finalist von 2002 unterlag in seinem ersten Match nach seiner Disqualifikation im Queen‘s-Endspiel dem Serben Janko Tipsarevic (8) glatt in drei Sätzen. (APA)


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