Weniger Pleiten in Tirol, Anstieg erwartet

Innsbruck – Erstmals werden heuer mehr als 10.000 Österreicher in die Privatpleite schlittern, erwartet der Kreditschutzverband von 1870. Ös...

Innsbruck –Erstmals werden heuer mehr als 10.000 Österreicher in die Privatpleite schlittern, erwartet der Kreditschutzverband von 1870. Österreichweit gingen im ersten Halbjahr 5016 Menschen pleite (+2 %). In Tirol meldeten bislang 353 Menschen Privatkonkurs an, das sind 7,1 % weniger als im Vorjahr. Trotz des Rückgangs rechnet der KSV aber auch für Tirol damit, „dass die Zahl der Schuldenregulierungen ansteigen wird“. Ein Grund sei der Verfahrensstau. Die Kapazitäten bei Gerichten und Schuldenberatern müssten aufgestockt werden, fordert der KSV, um somit mehr Schuldnern ein Entschuldungsverfahren zu ermöglichen.

Seit fünf Jahren werde über Reformen des Privatkonkursrechtes diskutiert. Die Diskussionen darüber seien derzeit festgefahren, ein Inkrafttreten der Gesetzesnovelle im Jänner 2013 hält der KSV daher für „ausgesprochen unwahrscheinlich“. Dabei sei das Problem der Privatverschuldung größer geworden, warnt der KSV. Waren im Jahr 1990 etwa 80.000 Österreicher insolvent, so seien es heute 120.000 bis 150.000, obwohl seit 1995 über 80.000 Schuldenregulierungen gestartet wurden.

Die Zahl der Firmenpleiten soll indes heuer stabil bleiben. Im ersten Halbjahr gingen 3044 (+1,6 %) österreichische Unternehmen pleite, in Tirol sanken die Firmenpleiten um 14,4 % auf 179 Insolvenzen. Im Jahresverlauf dürften die Pleiten aber auf Vorjahresniveau ansteigen, glaubt der KSV. (mas)

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