Gschwentner zieht sich aus Regierung zurück – Reheis will als LHStv. nachfolgen

Anfang September verlässt Hannes Gschwentner die Landesregierung. Grund sei, dass ihm die hundertprozentige Unterstützung aus der Partei fehle. Sein de facto-Nachfolger Gerhard Reheis will auch Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2013 werden.

Innsbruck – Der am Montagabend als SPÖ-Landesparteichef zurückgetretene Hannes Gschwentner will spätestens im Herbst auch das Amt des Landeshauptmannstellvertreters zurücklegen und aus der Landesregierung ausscheiden. „Ich habe beschlossen, den Weg für neue Gesichter freizumachen“, erklärte der 54-Jährige am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem interimistisch geschäftsführenden Parteivorsitzenden, Gerhard Reheis. Bis dieser einen Kandidaten für die Regierung gefunden hat, bleibt Gschwentner in der Regierung. Reheis sagte, er „gehe davon aus“, dem scheidenden Landeshauptmannstellvertreter im Amt nachzufolgen.

Mangelnde Unterstützung in der Partei

Als Grund für seinen Rückzug gab Gschwentner an, dass eine hundertprozentige Unterstützung aus der Partei für ihn nicht mehr gegeben sei. „Ohne diese einstimmige Unterstützung kann man als Spitzenkandidat bei einer Wahl nicht erfolgreich sein“, sagte er.

Die schwere Niederlage der SPÖ bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl im vergangenen April habe ihn in seinem Entschluss, als Parteichef abzutreten, „mitbestärkt“. Der Abschied tue ihm weh, weil das politische Geschäft sehr viel Spaß gemacht habe. Andererseits stelle er fest, dass der politische Wind in den vergangenen Jahren rauer geworden sei, gestand der 54-Jährige ein. Der Populismus spiele sich mittlerweile auf einem „sehr niedrigen Niveau“ ab, bedauerte Gschwentner.

Reheis will SPÖ in Landtagswahl führen

Reheis will sein Amt mit Demut antreten, die Partei aber strukturell reformieren. Bei der Landtagswahl 2013 wolle er jedenfalls als Spitzenkandidat der Partei antreten und ein „starkes Plus“ erreichen, erklärte er. Wann der Parteitag stattfindet, auf dem er zum Vorsitzenden der Tiroler SPÖ gekürt werden soll, ist laut Reheis noch offen. Bis zum Ende des Sommers seien jedenfalls alle Bezirksorganisationen dazu aufgerufen, ihre Listen für die Landtagswahl zu erstellen. Weiters soll im September die Landesliste stehen, meinte der Soziallandesrat.

Reheis zollte Gschwentner großen Respekt. Dieser sei eine „starke Persönlichkeit“, ansonsten hätte er eine „solche Entscheidung so nicht treffen können“.

Platter lobte scheidenden Parteichef

Auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) hat nach dem Rücktritt von Hannes Gschwentner als SPÖ-Landesparteivorsitzender am Montagabend lobende Worte für seinen Stellvertreter in der Regierung gefunden. Er habe mit Gschwentner eine „sehr gute Zusammenarbeit gehabt“, dieser sei immer ein „kompetenter und verlässlicher Partner“, streute Platter dem scheidenden SPÖ-Chef bei der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung am Dienstag Rosen. Diese fand noch vor der PK der SPÖ statt.

Der Landeshauptmann meinte, er kenne Reheis schon lange. Dieser sei „ein konstruktives Regierungsmitglied“. Er erwarte sich weiter eine „konstruktive und verlässliche Zusammenarbeit“ in der Regierung. (tt.com/APA)


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