dez-Chef sieht Entwicklung bei Handelsflächen kritisch

Helmut Larch, Manager des Einkaufszentrums dez, wünscht sich eine Wiederholung der Shoppingnight.

Herr Larch, Sie haben mit Jänner die operative Führung des Einkaufszentrums dez von Hannes Hess übernommen. Welche Pläne haben Sie für das dez?

Helmut Larch: Bei der Größe und der Produktivität sind wir unter den Top-10-Einkaufszentren Österreichs. Das spricht für das dez und seine Entwicklung. Wir sehen unsere Aufgabe in der Entwicklung des Centers, des Branchenmixes und der Stärkung unserer Positionierung als Tirols klare Nummer 1.

Das dez wird nun von der ECE-Gruppe gemanagt, welche Vorteile versprechen Sie sich davon?

Larch: Die ECE ist ein Schwesterunternehmen der Otto-Gruppe, welche 183 Shoppingcenter in 16 Ländern betreut. Als Mitglied der ECE-Gruppe behalten wir unsere Regionalität, nützen jedoch verstärkt das internationale Knowhow innerhalb der Gruppe.

Orten Sie in Tirol Reformbedarf bei den Rahmenbedingungen im Handel, zum Beispiel bei den Öffnungszeiten?

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Larch: Aus meiner Sicht ist eine Ausdehnung der Öffnungszeiten derzeit nicht erforderlich. Vielmehr muss es möglich sein, zwei Aktionen, die über die Öffnungszeiten hinausgehen, durchführen zu können. Damit meine ich nicht die Fashion-Gala, die wir jetzt schon veranstalten sondern z. B. die Innsbrucker Shoppingnight. Sie war im vergangenen Jahr ein großer Erfolg, 650 Handelsunternehmen beteiligten sich daran. Um so etwas umzusetzen, benötigen wir das Commitment der Politik und der Sozialpartner.

Derzeit entstehen immer mehr kleinere Shoppingcenter in den Bezirksstädten. Was halten Sie von dieser Entwicklung?

Larch: Wir beurteilen diese Entwicklung kritisch. In Europa liegt Österreich bereits an zweiter Stelle bei der Verkaufsflächendichte. Man muss daher sehr genau darauf achten, in welchen Bereichen neue Handelsflächen entstehen.

Also glauben Sie, dass wir in Tirol schon genug Handelsfläche haben?

Larch: Die Handelsdichte ist in Tirol bereits sehr hoch. Wie es sich weiterentwickelt, wird die Zukunft zeigen: Handel ist Wandel.

Spürt das dez den verschärften Wettbewerb mit der Innsbrucker Innenstadt?

Larch: Wettbewerb ist wichtig. Wir sehen unser Center aber nicht als Mitbewerber an der Stadtrandlage. Vielmehr sind wir ein Teil von Innsbruck. Wir sind ein Besuchermagnet, bringen Besucher aus Tirol, Südtirol und Bayern nach Innsbruck. Ein großer Teil unserer Besucher verbindet das Einkaufserlebnis im dez mit einem Ausflug in die Innenstadt.

Die Innenstadt hat sehr viele Aktivitäten gesetzt. Spürt das dez das?

Larch: Die Aktivitäten der Innenstadt sind ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft und haben der Handelslandschaft in Innsbruck gutgetan. Wir sind mit der Quartalsentwicklung des dez, welche im zweistelligen Bereich liegt, aktuell sehr zu- frieden.

Was macht für Sie, Herr Larch, ein gutes Shoppingcenter aus?

Larch: Die wichtigsten Faktoren sind, wie das dez zeigt, die Kontinuität und Wiedererkennbarkeit. Das Haus hat Atmosphäre, bietet Vielfalt und ist populär. Dafür ist die Mischung aus internationalem Flair und regionaler Verbundenheit verantwortlich. Beispiele für unsere gelebte Regionalität sind das 140-Jahre-Jubiläum des Landesfeuerwehrverbandes, die größte Berufsinformationsmesse des Handels der job-time, bis hin zu Einzelveranstaltungen mit Partnern aus der Region.


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