Nur einen Bettelwurf entfernt

Zuerst wird geradelt, dann gekraxelt. Technisch ist der Absamer Klettersteig auf die Bettelwurfhütte nicht schwierig, wegen seiner Länge aber sehr herausfordernd.

Von Christine Mühlöcker

Absam –Seit heuer ist die Mautstraße ins Halltal gesperrt, sodass man nur mehr zu Fuß, mit einem Taxiservice oder mit dem Mountainbike zum Ausgangspunkt für Bergtouren gelangt. Unser heutiges Ziel ist der im letzten Jahr angelegte Absamer Klettersteig, eine neue Zustiegsvariante zur Bettelwurfhütte. Dieser schön angelegte Steig ist zwar nicht wirklich schwierig (einige C-Stellen, meist jedoch B und A), verlangt vom Kletterer aber durch seine Länge einiges an Kondition und Kraft.

Klettersteigausrüstung, vor allem Helm und gutes Schuhwerk, sind unbedingt erforderlich. Empfehlenswert sind auch Handschuhe. Da der Klettersteig südseitig angelegt ist, sollte man möglichst früh starten und genug zum Trinken mithaben. Es gibt keine Notausstiege. Die einzige Abstiegsmöglichkeit befindet sich bei der Schlüsselstelle, ziemlich am Anfang der Tour. Wer mit dieser Stelle schon kämpft, sollte lieber umkehren und den Normalweg auf die Hütte nehmen.

Anschließend geht es zwar leichter weiter, aber es kommen immer wieder steile, knackigere C-Stellen, die es zu überwinden gilt. Wer diese Tour macht, wird ein besonderes alpines Erlebnis mit herrlichem Panorama genießen können.

So kommt man hin: Man fährt auf der Autobahn bis Hall Mitte und weiter nach Absam und ins Halltal, bis zum neu angelegten, großen Parkplatz. Von dort geht es mit dem Mountainbike weiter ins Halltal hinein, bis zum Bettelwurfeck (2. Ladhütte).

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Anfangs radelt man recht angenehm dahin, aber nach dem Bettelwurfbründl, wo man seine Wasserflaschen nochmals auffüllen kann, geht’s zur Sache. Eine Steigung von über 30 Grad verlangt dem Biker einiges an Geschick und Kondition ab. Einige steigen da lieber ab und schieben ihre Drahtesel. Bald darauf erreicht man das Bettelwurfeck, wo man das Rad abstellt.

Zu Fuß überquert man die Brücke und folgt dem Steig Richtung Bettelwurfhütte, von dem man kurz darauf links, in Richtung „Absamer Klettersteig“ (gelber WW), abzweigt und bis zum Wandfuß geht, wo sich der Einstieg befindet. Hier ist eine Tafel angebracht, auf der der Gesamtverlauf des Klettersteigs dargestellt ist. Der Beginn ist relativ leicht, aber nach einer kurzen Gehpassage kommt man bereits zur Schlüsselstelle, die mit einem aufgeklebten Schlüssel gekennzeichnet ist (einzige Ausstiegsmöglichkeit!).

Die anschließende Kletterpartie ist recht abwechslungsreich: Man muss Schluchten überqueren, über Klemmblöcke steigen, an Rissen entlang und über Platten weiter aufwärts klimmen. Immer wieder tut sich ein wunderbarer Blick ins Halltal oder nach Absam auf.

Am Ende des Seils ist aber der Schluss des Klettersteigs noch nicht erreicht. Man folgt nun den rot-weiß-roten Markierungen und gelangt bald darauf zum letzten Teil des Klettersteigs, der nochmals mit einer C-Stelle aufwartet.

Als Orientierung, wie weit man schon vorangekommen ist, kann man die SOS-Notrufzeichen hernehmen. Die letzte Nummer der Tour ist die 29. Vom Klettersteigende geht es auf einem äußerst gut markierten Steig in einfachem Gelände weiter bis zur Bettelwurfhütte. Dort kann man sich von den netten Wirtsleuten mit gutem Essen und Getränken verwöhnen lassen und die traumhafte Aussicht genießen.

Der Abstieg erfolgt entlang des Normalweges, der allerdings auch nicht einfach ist und Trittsicherheit erfordert. Derzeit sind noch zwei Schneefelder zu überqueren, die aber keine Probleme machen. Im untersten Teil kann man teilweise über Schotterfelder „abfahren“. Vom Bettelwurfeck geht’s dann mit dem Rad in Windeseile zurück zum Parkplatz in Absam.


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