Zypern-Regierung will Angst vor EU-Rettung lindern

Nach dem Hilferuf des hoch verschuldeten Euro-Landes Zypern versucht Finanzminister Vassos Shiarly die Angst vor rigiden Auflagen der Geldgeber zu nehmen. Es sei zwar noch zu früh über die Bedingungen für die Vergabe von Hilfsgeldern zu spekulieren, sagte der Minister am Mittwoch im staatlichen Rundfunk. Sie würden aber nicht so schmerzhafte Folgen haben wie viele befürchteten.

Die Regierung in Nikosia hatte am Montag finanzielle Unterstützung aus den Euro-Rettungsschirmen beantragt, um ihren angeschlagenen Bankensektor zu stabilisieren. Gegner solcher Hilfen fürchten vor allem, dass Zypern zur Aufgabe seiner niedrigen Steuersätze und zu einem rigiden Sparkurs gezwungen werden könnte. Shiarly gilt als Verfechter einer Rettung durch die EU.

Dagegen favorisiert Zyperns Präsident Demetris Christofias bilaterale Kredite, um die Auswirkungen der Krise in Griechenland auf die drittkleinste Volkswirtschaft der Währungsunion zu mildern. So hofft er Zeitungsberichten weiterhin darauf, Kredite aus Russland zu bekommen. Er habe sich deshalb in einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt, meldete das Blatt „Politis“ am Mittwoch.

In EU-Kreisen war zuletzt von einem möglichen Hilfsvolumen von bis zu zehn Mrd. Euro die Rede. Das wäre mehr als das Doppelte der jährlichen Wirtschaftsleistung der Inselrepublik.

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