Türkei macht ernst: Panzer an syrische Grenze verlegt

Jede syrische Truppeneinheit, die sich der Grenze nähere, werde sofort bekämpft, erklärte der türkische Regierungschef Erdogan.

Istanbul - Nach der Androhung von Präventivangriffen gegen Syrien hat die türkische Armee offenbar damit begonnen, ihre Präsenz an der Grenze zum südlichen Nachbarn zu verstärken.

Nach übereinstimmenden Presseberichten vom Mittwoch wurden zusätzliche Panzereinheiten ins Grenzgebiet im südostanatolischen Nusaybin und Cizre verlegt. Neben Panzern sei auch Artillerie ins Grenzgebiet verlegt worden. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag erklärt, jede syrische Truppeneinheit, die sich der Grenze nähere, werde ab sofort als militärisches Ziel gewertet und bekämpft.

Suche nach Piloten fortgesetzt

Unterdessen ging im östlichen Mittelmeer die Suche nach den Piloten des am Freitag von Syrien abgeschossenen Militärflugzeugs weiter. Verkehrsminister Binali Yildirim sagte nach Fernsehberichten vom Mittwoch, die Helme der vermissten Piloten sowie einige Wrackteile der Maschine seien inzwischen gefunden worden. Erdogan hatte Syrien vorgeworfen, den unbewaffneten Aufklärungsjet absichtlich und im internationalen Luftraum abgeschossen zu haben. Syrien sei zu einer Bedrohung der nationalen Sicherheit geworden.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad sagte am Dienstag, sein Land befinde sich im Kriegszustand. Rund um die Hauptstadt Damaskus ereignen sich derzeit die schwersten Kämpfe seit Beginn des Aufstandes.

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Angriff auf syrisches Staatsfernsehen

Bei einem Angriff auf eine staatliche Fernsehanstalt in Damaskus wurden am Dienstag mindestens drei Menschen getötet. Eine Gruppe von „Terroristen“ sei am Mittwochmorgen in die Räume des Senders Al-Ichbarija eingedrungen und habe Journalisten und andere Mitarbeiter getötet, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Die Angreifer verwüsteten demnach auch zahlreiche Büros.

Assad lässt die Protestbewegung seit März 2011 blutig niederschlagen. Menschenrechtsaktivisten zufolge wurden seither mehr als 15.000 Menschen getötet. Die Staatsführung bezeichnet oppositionelle Kämpfer immer wieder als Terroristen. (APA/AFP)


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