Debatte um Aus für Handelsschule

Die Salzburger Landeshauptfrau will den Schultyp abschaffen. Vom Tiroler Landesschulrat kommt ein klares Nein. Das Profil soll aber geschärft werden.

Von Marco Witting

Innsbruck –Früher war es einfacher: Mit der Handelsschule gibt es einen guten Bürojob. Wer in eine Bank möchte, geht in die Handelsakademie. Doch die Zeiten und die Maturantenquote haben sich gewandelt. Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller will die Handelsschule deshalb gleich ganz abschaffen.

Die Begründung der SP-Politikerin: Viele Jugendliche würden oft nur ein Jahr an der Handelsschule absitzen, bevor sie eine Lehre beginnen oder überhaupt nur auf das Ende der Schulpflicht warten. Wie die APA berichtet, sind aus Burgstallers Sicht die „Zeiten der HASCH vorbei“. Die acht Standorte in Salzburg würden immer mehr zum Auffangbecken für schlechte und lernunwillige Schüler. Tirols Landesschulratspräsident Hans Lintner nennt die Idee der Abschaffung einen „billigen und populistischen Ansatz“. Dies würde den Kern des Themas nicht treffen.

Lintner bestätigt, dass sich die Bedeutung der Handelsschule stark verändert hat. „Das Bildungsniveau hat sich verstärkt und der Zug in höhere Schulstufen ist weiterhin sehr stark.“ Eklatant zeigt eine Statistik, wie sich dies bei den Schülerzahlen ausgewirkt hat. Die Handelsakademie hat von 1997 bis 2012 ein Plus von knapp 30 Prozent. Die HASCH hat dagegen 43 Prozent ihrer Schüler in Tirol verloren.

Um auf die aktuellen Entwicklungen zu reagieren, habe man in Tirol eine Projektgruppe installiert. Und diese hat laut Lintner ein Konzept ausgearbeitet, das im kommenden Schuljahr getestet und 2013 flächendeckend eingesetzt werden soll. „Wir wollen das Profil schärfen und ein Ganztagesangebot präsentieren. Mehr Praxis und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sollen dabei im Vordergrund stehen.“ Die Handelsschule wird dann zwei Profile erfüllen: einerseits ein Umweg zur Matura sein (über einen Aufbaulehrgang) und andererseits ein unmittelbarer Zugang für Arbeitskräfte in der Wirtschaft werden. Dass Jugendliche in diesen Schultypen ihre Zeit absitzen, komme auch in Tirol oft vor.


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