Zeichen gegen Wilderei: Elfenbein von 850 Elefanten verbrannt

Während die Elefantenjagd immer skrupelloser wird, setzt Gabun als erstes Land in Afrika ein starkes Signal gegen den illegalen Elfenbeinhandel.

Libreville - Gabun setzt ein starkes Zeichen gegen den illegalen Elfenbeinhandel. Die Regierung des westzentralafrikanischen Landes hat am Mittwoch in der Hauptstadt Libreville die Verbrennung ihrer beschlagnahmten Elfenbeinbestände durch Präsident Ali Bongo veranlasst.

Es handelt sich dabei um Material mit einem Gesamtgewicht von 4825 Kilogramm. Schätzungsweise 850 Elefanten mussten dafür ihr Leben lassen. „Der Präsident schickt damit ein dringend benötigtes Signal an die Wilderer. Wir erleben derzeit eine Wildereikrise ungeahnten Ausmaßes in Zentralafrika. In einigen Regionen sind die noch vor fünf Jahren stabilen Elefantenpopulationen beinahe ausgerottet worden“, sagt Johannes Kirchgatter, Afrika-Experte des WWF, der bei den Elfenbeinverbrennungen vor Ort dabei war.

„Starkes Bekenntnis“

Gabun ist damit das erste Land in Zentralafrika, das öffentlich sein gesamtes beschlagnahmtes Elfenbein verbrennt und ein Beispiel für andere Länder setzt. „Für ein Schwellenland ist das ein starkes Bekenntnis, denn die Preise für Elfenbein sind in letzter Zeit sehr gestiegen. Hier löst sich der Schwarzmarkt-Gegenwert von Hunderttausenden von Euro buchstäblich in Rauch auf“, sagte Kirchgatter.

Verbrennung stellt laut WWF die einzig sichere Methode dar, um illegales Elfenbein dauerhaft dem Markt zu entziehen. In der Vergangenheit ist immer wieder bereits beschlagnahmtes Elfenbein erneut im Handel aufgetaucht. „Viele afrikanische Regierungen stellen immer noch stolz Elfenbeinkunst bei sich aus und Regierungsmitarbeiter sind in den illegalen Handel verwickelt. Unser Ziel ist es die Handelskette für illegales Elfenbein nach Asien dauerhaft zu brechen“, meinte der WWF-Experte.

Neues Rekordniveau bei Wilderei

Elefantenwilderei hat 2011 ein neues Rekordniveau erreicht. Wegen des Nachfragebooms aus Asien drängen zunehmend auch organisierte Verbrecherbanden aus dem Menschen-, Drogen- und Waffenhandel auf den Markt.

Die Folge: Die Wilderei wird immer brutaler. Im Frühjahr kam es zu einem regelrechten Massaker im Bouba N`Djida Nationalpark in Kamerun. Schätzungsweise 350 Elefanten wurden durch hochgerüstete Wilderer getötet bis das Kameruner Militär sie vertrieb. Die Nationalpark-Ranger verfügten bisher weder über die nötige Ausbildung noch die Waffen um auf solche Angriffe zu reagieren und riskierten ihr Leben.

Inzwischen hat Kamerun zugesagt, 2000 neue Ranger einzustellen, die stärker bewaffnet werden sollen. Um der aktuellen Wildereikrise schlagkräftiger gegenüber zu treten, haben zehn zentralafrikanische Staaten Anfang Juni einen regionalen Aktionsplan ins Leben gerufen, der die Strafverfolgung und Kooperation untereinander verbessert und so die Wilderei von Elefanten und anderen Wildtieren gemeinsam bekämpft. (tt.com, OTS)


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