Gäste klicken sich im Web ins Tirol-Bett

Von Christina Stieber...

Von Christina Stieber

Innsbruck –Ob Urlaub auf fremden Couchen oder ein privates Bett am Bauernhof: Statt im Reisebüro stellen sich immer mehr urlaubshungrige Österreicher ihre Reise individuell im Internet zusammen – 30 % der 124,9 Mio. jährlichen Nächtigungen in Österreich verbuchen Privatquartiere. Sie rittern im Internet neben den großen Onlineportalen um die Gunst der Touristen. Siegfried Egger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Tiroler Wirtschaftskammer (WKO), sieht diese Entwicklung über das World Wide Web durchaus positiv: „Das Internet beeinflusst den Tiroler Tourismus mittlerweile total. Egal, ob Bauernhof oder Sternehotel – jeder, der einen vernünftigen Webauftritt hat, kann sich im Netz preiswert verkaufen.“

Für potenziell zukunftsträchtig hält der WKO-Obmann auch den neuen Trend des „sozialen Reisens“: In digitalen Netzwerken wie „Couchsurfing“ oder „Airbnb“ bieten auch mehrere Tiroler bei sich zu Hause kostenlos oder zu günstigen Tarifen Platz für Gäste aus aller Welt. Couchsurfing zählt weltweit mittlerweile über 3 Mio. Mitglieder, in Tirol sind 886 Gratis-Vermieter registriert.

„Diese Art des Reisens wird gerade bei jungen, abenteuerlustigen Menschen in Zukunft sicher wachsen, derzeit ist aber noch keine Menge erreicht, die der traditionellen Tiroler Beherbergungswirtschaft Konkurrenz machen kann“, schätzt Egger. Außerdem sei das Wohnen bei Fremden auch in keiner Weise abgesichert: „Ich persönlich warne vor diesen Vermittlungsportalen“, sagt Egger.

Dass die Anbieter unter der großen Konkurrenz leiden, glaubt der Tourismusexperte nicht. „Natürlich sind die Preise durch das Internet heute viel transparenter als zu Zeiten, in denen zwei, drei große Reiseveranstalter die Angebote bestimmten“, sagt Egger.

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Gerade dadurch habe aber jeder die Chance, seine Preise und Leistungen weltweit darzustellen. „Ich sehe das Internet eher als Chance denn als Gefahr“, betont Egger.


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