Brot aus der Greiter Mühle ist gefragt wie noch nie

Naturbelassenes Brot aus der 300 Jahre alten Mühle findet Absatz bei Einheimischen und Gästen. Backen im Steinofen hat Kultcharakter.

Von Helmut Wenzel

Pfunds/Greit –Noch vor 20 Jahren war die uralte Greiter Mühle dem Verfall preisgegeben. Dass das kleine, etwas versteckte Mühlenhaus samt altem Inventar heute wieder intakt ist, verdankt die Region einer kleinen Gruppe von heimischen Kulturfreunden wie Erwin Mark, Hubert Plangger und Toni Patsch. Die Mühlräder, die dank unermüdlicher ehrenamtlicher Arbeit wie anno dazumal am Pfundser Tscheybach klappern, locken Besucher aus nah und fern.

Den großen Andrang ausgelöst hat vor allem das Brotbacken im heißen Steinofen. „Die Laibe gehen weg wie die warmen Semmeln“, bestätigt Erwin Mark von der Mühlen-Initiative. „Wir backen es im Steinofen nach einem alten Rezept und verzichten auf Zusatzstoffe. Das Mehl wird wie früher gemahlen, aus Roggen, Weizen und Dinkel.“ Die Zeremonie des Brotbackens genießt bei den Besuchern inzwischen Kultstatus in den etwas beengten Räumen.

Selbst mit Fließbandarbeit könnte die Nachfrage nach den schmackhaften Broten nicht befriedigt werden. An einer Massenproduktion sind die Mühlenfreunde allerdings nicht interessiert. „Wir möchten nur einen kleinen Einblick in die kargen Zeiten bieten, als Greit über Jahrhunderte von dieser Mühle aus versorgt worden ist“, erläutert Mark. Auch den Wunsch des Tourismusverbandes, der zusätzliche Führungen mit Brotbacken anbieten wollte, habe man ablehnen müssen. Immerhin bietet inzwischen ein heimischer Nahversorger in Pfunds regelmäßig Brot mit dem Mehl aus der Greiter Mühle an. „Aber nur so lange der Vorrat reicht“, betont Marktleiter Martin Habicher. Der Backofen in der Mühle, der, gestern Donnerstag wieder glühte, wird alle 14 Tage in Betrieb genommen. Einen Zusatztermin gibt es jeden ersten Sonntag im Monat.

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