Lintner: „Sehr Gut“ für Bildungsarbeit

Ferien in Sichtweite: In Tirol starten in einer Woche 97.500 Schüler in den Sommer. Für einige heißt es: lernen für die Wiederholungsprüfung im Herbst.

Innsbruck – Wenige Tage vor Ende des Schuljahres äußert sich Tirols Landesschulratspräsident Hans Lintner über bereits Erreichtes und Herausforderungen, die im neuen Schuljahr anstehen. Die Erfolge bei der Englisch-Reifeprüfung, die erstmals flächendeckend nach den neuen, einheitlichen Standards durchgeführt wurde, wertet er als Bestätigung für die „sehr gute Bildungsarbeit“ in Tirol und die gute Vorbereitung auf die neuen Anforderungen. Die genauen Ergebnisse liegen nun vor: Von insgesamt 1253 Maturanten an den allgemein bildenden höheren Schulen erhielten 28,8 Prozent ein „Sehr gut“ und 33,8 Prozent ein „Gut“. Nur 2,2 Prozent bekamen für ihre Arbeit ein „Nicht genügend“. In den vergangenen Jahren lag die Negativ-Quote bei acht bis zehn Prozent, weshalb Lintner von einem „wirklich großartigen Ergebnis“ spricht.

Dieses Schuljahr werden in Tirol nach einer ersten Prognose 18.000 Schüler an mittleren und höheren Schulen erfolgreich abschließen (88 Prozent), genaue Zahlen werden Mitte nächster Woche vorliegen. Rund 1900 Schüler (acht Prozent) sind derzeit noch nicht zum Aufsteigen berechtigt, sie müssen im Herbst zur Wiederholungsprüfung antreten. Etwa 950 Schüler (vier Prozent) haben drei und mehr „Nicht genügend“ im Zeugnis und müssen daher die Klasse wiederholen. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen Jahren mit Schwankungen im Bereich von zwei Prozent nur wenig verändert, heißt es von Seiten des Landesschulrats.

In den zurückliegenden Monaten seien einige Erweiterungsprojekte an Schulen abgeschlossen worden, das Gymnasium in der Au öffnete seine Pforten, berichtet Lintner. Für weitere Bauvorhaben seien Architektenwettbewerbe in Vorbereitung. „Ziel ist ein erweitertes Angebot für die neunte Schulstufe.“ Tirol sei das Bundesland mit den meisten Abweisungen in diesem Bereich, das müsse und werde sich ändern. Im vergangenen Jahr lag die Zahl jener Schüler, die bei Schulschluss noch keiner weiterführenden Schule zugewiesen waren, bei 400. Im Herbst reduzierte sich ihre Zahl auf 150 Schüler. Im Vergleich dazu konnten heuer bereits 50 Schüler mehr aufgenommen werden, heißt es von Seiten des Landesschulrats. Allerdings finden viele nicht in ihrer Wunschschule Platz. Der Anteil der Maturanten in Tirol beträgt derzeit 34,5 Prozent, in Ostösterreich sind es bis zu 45 Prozent.

Weiters will sich Lintner für den Ausbau der Internatsplätze in Tirol einsetzen. „Wir haben viele Schulen mit Spezialangeboten an bestimmten Standorten. Wir müssen die Möglichkeit schaffen, dass Kinder und Jugendliche mit den entsprechenden Fähigkeiten Zugang zu diesen Einrichtungen haben, und zwar zu einem sozial verträglichen Preis.“ In den vergangenen 20 Jahren hätte die Zahl der Internatsplätze dramatisch abgenommen, so Lintner. Nun soll das Angebot wieder ausgebaut werden, und zwar mit Unterstützung des Bundes bzw. Beiträgen für Erzieherstunden.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Die Umstellung auf die Neuen Mittelschulen soll in Tirol bis 2018 abgeschlossen sein, im kommenden Schuljahr erreicht in Innsbruck die erste Generation der Absolventen die vierte Klasse. Damit steigt die Zahl der benötigten Gymnasiallehrer für Deutsch, Englisch und Mathematik weiter an. In diesen Fächern ist ein so genanntes „Teamteaching“ aus Pflichtschul- und Bundeslehrer vorgesehen, wegen des Lehrermangels können 2012/2013 aber 750 von 2500 Stellen nicht mit Bundeslehrern besetzt werden. (ms)


Kommentieren