Verzögerung bei Bad-Neubau kostet Millionen

Von Christoph Blassnig...

Von Christoph Blassnig

Lienz – Sieben Jahre lang leitete Gemeinderat Christian Zanon den Ausschuss für den Neubau des Lienzer Dolomitenbades. Ergebnisse präsentierte er in der Gemeinderatssitzung am letzten Dienstag.

„Das Dolomitenbad in seinem jetzigen Zustand kostet Geld, mehr als 400.000 Euro Abgang verzeichnen wir jährlich. Weiters läuft die Zeit gegen uns. Jedes Jahr Verzögerung kostet uns rein durch die allgemeine Baukostenverteuerung zusätzlich eine halbe Million Euro“, erklärte Zanon. „Könnten wir heute den Neubau beschließen, wären wir frühestens in 27 Monaten damit fertig: sechs Monate Ausschreibung, weitere sechs für die Planung, fünfzehn Monate Bauzeit.“ Die Wirtschaftlichkeitsgrenze wurde mit 265.000 Eintritten pro Jahr für die gesamte Anlage errechnet, man ist zuversichtlich, diese Zahlen auch zu erreichen.

Der Auslobungstext für die EU-weite Ausschreibung ist erstellt, die Eckpunkte eines modernen neuen Dolomitenbades stehen fest: „Innen- und Außenbereiche werden nicht mehr getrennt, sondern eine Einheit bilden. Ein Bad mit integriertem Sauna- und Wellnessbereich, die Stadt Lienz oder eine unterstellte Gesellschaft als Betreiber. Wir haben diese sieben Jahre gut genützt, uns intensiv mit aktuellen Standards im In- und Ausland vertraut gemacht und daraus ein gutes Konzept entwickeln können. Unsere Arbeit ist getan.“

Was zur Ausschreibung fehlt, ist das Geld. „Die Bezirkshauptstadt kann dieses Vorhaben nicht alleine stemmen. Ohne Finanzmittel des Landes wird es nicht gehen. Landeshauptmann Platter hat prinzipiell Unterstützung zugesagt, allerdings unter der deutlichen Vorgabe, dass unser Bezirk geschlossen dahinterstehen muss“, führte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik aus. Tourismusverband und Osttirol Invest sollen ebenfalls zur Finanzierung beitragen. Die Gesamtkosten für den Neubau werden bis zu 18 Millionen Euro betragen. Zehn Millionen bringt die Stadt aus Eigenmitteln auf. Die klaffende Lücke soll möglichst bald geschlossen werden.

„Nur ein gemeinsames Auftreten aller Osttiroler Gemeinden verleiht unserer Stimme im Land das notwendige Gewicht. Schon einzelne, die möglicherweise nicht mitziehen wollen, gefährden das gesamte Projekt.“


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