Gericht interessiert Jagd

Wien – Es ist ein Thema, das den Korruptions-Untersuchungsausschuss immer wieder beschäftigte: Jagdeinladungen für Ministeriumsmitarbeiter, ...

Wien –Es ist ein Thema, das den Korruptions-Untersuchungsausschuss immer wieder beschäftigte: Jagdeinladungen für Ministeriumsmitarbeiter, ausgesprochen vor allem von Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly. Denn wie gefährlich ist es, Geschenke dieser Art anzunehmen? Auch der frühere Kabinettschef des ehemaligen ÖVP-Innenministers Ernst Strasser, Christoph Ulmer, nahm an Jagden teil. Einen Bericht des Kuriers darüber klagte er – und blitzte bei Gericht ab. „Der Artikel entspricht genau der Wahrheit“, stellte Richterin Nicole Baczak fest. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Ulmer legte volle Berufung ein.

Dabei bestritt Ulmer gar nicht, dass er bei Mensdorff-Pouilly im burgenländischen Luising auf der Pirsch war. Ulmer war früher Büroleiter von Mensdorffs Ehefrau, der vormaligen ÖVP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, erzählte der 42-Jährige: „Wir haben gemeinsam den Jagdschein gemacht. Im Nachhang hat es dann mehrere Einladungen ihres Ehemanns gegeben.“ Das sei ihm „aus damaliger Perspektive nicht problematisch erschienen“, verteidigte sich der Tiroler. Denn nie habe es einen politischen Hintergrund oder einen Zusammenhang zum Behördenfunknetz, für das er als Berater tätig war, gegeben. Im Übrigen habe Mensdorff-Pouilly „nie den Eindruck vermittelt, dass er mich im Auftrag der Telekom zu Jagden eingeladen hätte“, so Ulmer.

Unterstützt wurde Ulmer von seinem Nachfolger im Kabinett, Philipp Ita: „Wir waren alle als Privatpersonen dort.“ Mensdorff-Pouilly kam seiner Ladung nicht nach – er hatte einen Termin. (ritz)

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