Arge-Alp-Länder setzen auf Alpen als Wasserspeicher

Die Alpenregionen versuchen sich in Bad Ragaz bei Energie-, Tourismus- und Verkehrsfragen auf eine gemeinsame Linie einzupendeln.

Von Anita Heubacher

Innsbruck, St. Gallen –In Bad Ragaz kommt es morgen bei der 43. Regierungschefkonferenz der Arge Alp zur Staffelübergabe. Für ein Jahr übernimmt Tirol den Vorsitz. Zuvor hatte ihn St. Gallen inne.

Die Arge Alp ist eine Erfindung von Tirols Altlandeshauptmann Eduard Wallnöfer. Dieser hatte sie 1972 ins Leben gerufen, um die Vertreter der Alpenregionen von Deutschland bis nach Frankreich enger aneinanderzubinden. „Ein Geniestreich“, wie LH Günther Platter meint. Mit dabei sind neben Südtirols LH Luis Durnwalder seine Amtskollegen aus dem Trentino Lorenzo Dellai und Markus Wallner aus Vorarlberg. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bleibt dem Treffen fern.

Die Arge Alp setzt darauf, die „Makroregion Alpen“ zu positionieren – in Energie- und Verkehrsfragen ebenso wie im Tourismus. Die Alpen seien der Wasserspeicher Europas, betont LH Platter gegenüber der TT. Er setzt auf den Ausbau der Wasserkraft. „Pumpspeicherkraftwerke bleiben trotz Energiewende in Deutschland ein lukratives Geschäftsmodell“, meint Platter. Deutschland steigt aus der Atomenergie aus und setzt auf Wind- und Sonnenenergie. Dadurch könnten unsere Nachbarn weniger abhängig vom Spitzenstrom­zukauf werden. Platter sieht das anders: „Das bleibt ein gutes Tauschgeschäft und ist der Garant für einen günstigen Strompreis.“

Die „Makroregion Alpen“ soll auch touristisch vermarktet werden. Mit der Tourismusmesse „theALPS“ habe man letztes Jahr in Innsbruck den Auftakt gemacht, erklärt Platter. Die Messe hätte eigentlich auf Wanderschaft in andere Alpenregionen gehen sollen, findet heuer im September aber noch einmal in Innsbruck statt. Das Interesse der anderen Regionen, als Austragungsort zu fungieren, hatte sich in Grenzen gehalten. Die Alpen sollen unter der Flagge „Nachhaltigkeit“ beworben werden, darauf haben sich die Alpenregionen geeinigt.

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Einen gemeinsamen Weg gibt es auch beim Verkehr. Die Zahl der Lkw-Fahrten soll drastisch reduziert werden. Alle Bereiche werden in einem Strategiepapier, das von Tirol erarbeitet wurde, festgehalten. Am 12. Oktober, dem Gründungstag der Arge Alp, soll das Initiativpapier in Innsbruck auf staatliche und europäische Ebene gehoben werden.


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