Medienzar Rupert Murdoch spaltet sein Imperium auf

Die Unterhaltungs- und die Verlagssparte der News-Corp gehen künftig getrennte Wege. Beide Bereiche sollen als eigenständige Firmen an Börse notiert werden.

New York - Medienmogul Rupert Murdoch gibt grünes Licht für eine Aufspaltung seines Imperium News Corp. In Zukunft soll es zwei voneinander getrennte, börsennotierte Unternehmen geben: Das Verlagsgeschäft mit Zeitungen wie „The Times“ auf der einen Seite, die gewinnträchtigere Unterhaltungssparte rund um Hollywood-Studios und Fernsehsender wie dem deutschen Bezahlsender Sky auf der anderen. Darauf verständigte sich das News-Corp-Direktorium unter Murdochs Leitung, wie das Unternehmen am Donnerstag bestätigte.

Seit Tagen wird über eine solche strategische Kehrtwende spekuliert, auch in hauseigenen Blättern wie dem „Wall Street Journal“. Für Murdoch ist es ein großer Schritt: Der heute 81-Jährige hatte sein Geschäft einst mit Zeitungen begonnen. Nun gab er dem Drängen der Anlegern auf eine Neuorientierung nach.

„Noch vor einem Monat hat er gesagt, dass er dies keinesfalls tun werde“, sagte ein Konzern-Insider mit Blick auf den Meinungsumschwung Murdochs. Doch der Druck, sich von dem Verlagsgeschäft zu trennen, war zuletzt durch den Abhörskandal bei dem inzwischen eingestellten britischen Boulevardblatt „News of the World“ gewachsen.

Murdoch hält die Fäden aber auch in Zukunft weitgehend selbst in der Hand: Er wird den Angaben nach den Verwaltungsräten beider Firmen vorsitzen. Auch will er den Chefposten bei der Entertainment-Firma übernehmen. Wer die Verlagsgeschäfte künftig führen soll, ist noch offen. Über den Einsatz seiner Kinder auf wichtigen Managementfunktionen wurde zunächst nichts mitgeteilt. Die Aufspaltung des 60 Mrd. Dollar (48,3 Mrd. Euro) schweren Konzerns dürfte sich eine Weile hinziehen.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Schon seit längerem war einigen Großinvestoren das traditionelle Verlagsgeschäft ein Dorn im Auge, da es deutlich langsamer wächst und die Bilanz des Gesamtkonzerns mitunter auch durch Verluste belastet. Ohnehin hat die Unterhaltungsindustrie den Verkauf von Zeitungen und Büchern im Murdoch-Imperium längst in den Schatten gestellt: Das Film- und Fernsehgeschäft brachte dem Konzern in dem Jahr bis Juni 2011 Einnahmen von mehr als 23 Mrd. Dollar, die Verlage nur knapp neun Milliarden.

Die in Australien gelisteten News-Corp-Aktien legten am Donnerstag um mehr als vier Prozent zu und markierten ein Vier-Jahres-Hoch. Seit am Dienstag erste Meldungen über die geplante Aufspaltung des Konglomerats die Runde gemacht haben, ist der Aktienkurs von News Corp in New York um elf Prozent gestiegen. (APA/Reuters)


Kommentieren


Schlagworte