Raiders fühlen sich betrogen

Die Austrian Bowl – das Finale der österreichischen Football-Meisterschaft – wandert von Innsbruck nach Wien. Die Swarco Raiders ärgern sich über das „Wie“.

Von Daniel Suckert

Innsbruck –Kurz und schmerzlos überbrachte der AFBÖ die Nachricht an die Swarco Raiders: Das Austrian-Bowl-Finale am 28. Juli (20.30 Uhr) wandert vom Tivoli Stadion auf die Hohe Warte. Generalsekretär Fouad Lilabadi nennt dafür wirtschaftliche Gründe. Die Swarco Raiders sehen das anders, Olympiaworld-Betreiber Michael Bielowski sieht es nüchtern.

Noch im März verkündete der Österreichische Football-Verband, dass das Finale im Tivoli Stadion über die Bühne gehen wird. Doch plötzlich hat sich der Wind gedreht. „Es spielen mehrere Faktoren zusammen: Erstens die wirtschaftliche Komponente, zweitens die Gefahr, dass ein mögliches Finale zwischen den Vikings und den Graz Giants in Innsbruck vor leeren Tribünen droht und das würde dem Football schaden“, erläuterte Generalsekretär Fouad Lilabadi.

Die Raiders wundern sich über den Zeitpunkt und ärgern sich über die Vorgehensweise: „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Der AFBÖ tritt ja als Veranstalter auf und es ist seine Entscheidung“, erklärte Clubmanager Peter Schwazer. Der Verdacht liegt nahe, dass es mit der Verletzung von Raiders-Quarterback Kyle Callahan zusammenhängen könnte. Den Tirolern droht ein Aus im Halbfinale. Auch wenn der Generalsekretär dies nicht bestätigt.

Weiters behauptet Generalsekretär Lilabadi: „Es ist bisher nichts fix ausgemacht gewesen.“ Das widerlegt aber Olympiaworld-Betreiber Michael Bielowski, der gelassen meint: „Es gibt einen gültigen Vertrag. Aber wenn man glaubt, dass statt in Innsbruck nun in Wien gespielt werden muss, dann muss die Stornogebühr gezahlt werden, und danach ist alles erledigt.“ Bei dieser Gebühr dürfte es sich um eine vierstellige Summe handeln.

Bei Schwazer und Co. hat dieses Vorgehen eine Trotzreaktion ausgelöst. „Für die Mannschaft ist das jetzt eine zusätzliche Motivation, den Titel nach Innsbruck zu holen. Mit tut es im Speziellen für unsere Fans leid, weil sich viele eine solche Reise jetzt nicht antun werden.“

Das erste Semifinale zwischen den Swarco Raiders und den Giants Graz wird am 14. Juli in Innsbruck angepfiffen. Einen Tag später empfangen die Titel-Favoriten Vienna Vikings die Danube Dragons aus Klosterneuburg auf der Hohen Warte. Wer beim Halbfinale die Position des Raiders-Quarterbacks bekleiden wird, steht noch in den Sternen. Tirol-Urgestein und Aushilfs-Quarterback Florian Grein steht in den Startlöchern – die letzten Entscheidung trifft in jedem Fall Coach Shuan Fatah.


Kommentieren