Pflegeheime verabschieden sich von Papierflut

Die Wohn- und Pflegeheime stellen von Handschrift auf Computer um. HTL-Schüler bauten den Prototyp des neuen Visite-Wagens.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Hunderte Stunden ihrer Freizeit steckten Daniel Hoffmann und Markus Steiner in ein Projekt, das die Arbeit im Pflegedienst der Osttiroler Altenheime entscheidend erleichtern wird. Die beiden HTL-Schüler bauten im Rahmen ihres Technikerprojekts einen Laptop-Wagen. So ersparen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohn- und Pflegeheime künftig, handschriftliche Notizen zu jedem Betreuungsfall und den einzelnen Behandlungs- und Pflegeschritten zu machen. Alle am Laptop eingetippten Daten werden gesammelt und gespeichert und sind per EDV viel leichter abrufbar als bisher. „Damit gewinnen wir mehr Zeit, die wir unseren Bewohnerinnen und Bewohnern widmen können“, freut sich Daniela Maier. Sie ist Pflegedienstleiterin im Lienzer Heim und verantwortlich für rund 160 Angestellte.

Der Visitenwagen, den Heimdirektor Franz Webhofer mit seinem Team vorstellte, ist ein Prototyp. „Über die Sommermonate wollen wir ihn ausprobieren und auf die Praxistauglichkeit testen“, meint Webhofer. Das Gefährt darf nicht zu schwer sein und muss über genug Eigenenergie für neun Stunden Dauereinsatz verfügen, erklärt Betreuungslehrer Robert Huber. „Außerdem ist der Wagen, den die beiden Schüler entworfen haben, höhenverstellbar, damit man im Sitzen oder im Stehen ganz bequem daran arbeiten kann.“

Vor der Umstellung von Handschrift auf Computerbetrieb werden die Pflegekräfte gründlich eingeschult. Im nächsten Jahr soll der PC-Wagen im Pflegealltag zum Einsatz kommen, rund 40 Stück sind allein für das Lienzer Heim nötig. „Wahrscheinlich starten wir mit dem Echtbetrieb in Sillian oder Matrei, weil diese Heime kleiner sind als Lienz“, erklärt Direktor Webhofer.

Damit gehört die Aktenkammer, in der jetzt noch die handschriftliche Pflegedokumentation aufbewahrt wird, der Vergangenheit an. „Wir haben dafür einen eigenen Raum von etwa 15 Quadratmetern. Dort sind die papierenen Aufzeichnungen gestapelt“, schildert der Direktor. Die neue EDV wird dem Heim auch Unmengen an Papier ersparen. „Wir kaufen zurzeit mehrere Tonnen pro Jahr. Das meiste davon wird dann wegfallen“, so Webhofer.

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