Flugzeugentführung in Chinas Unruheregion vereitelt

Sechs Entführer sollen versucht haben, eine Maschine mit 100 Passagieren zu entführen. Die Angreifer wurden überwältigt, zehn Menschen verletzt.

In der Provinz Xinjiang kommt es immer wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen und Anschlägen.
© EPA

Peking – Eine Flugzeugentführung ist in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina vereitelt worden. Mindestens zehn Insassen seien dabei verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Sechs Entführer, die zur ethnischen Minderheit der Uiguren gehörten, hätten versucht, zehn Minuten nach dem Start in Hotan eine Maschine der Tianjin Airlines mit 100 Insassen auf dem Weg nach Ürümqi in ihre Gewalt zu bringen.

Die Angreifer seien überwältigt worden. Bei dem Kampf seien zwei Sicherheitsbeamte schwer verletzt worden. Auch sieben Passagiere und der Chef-Steward seien verletzt worden. Die Maschine sei umgekehrt und sicher wieder in Hotan gelandet. Die Entführer seien in Polizeigewalt genommen worden. Unklar blieb, ob sie Pistolen oder andere Waffen an Bord geschmuggelt hatten.

Die Maschine der Fluglinie Tianjin Airlines sollte nach Ürümqi fliegen, das wie Hotan in der Region Xinjiang liegt. In Xinjiang leben rund neun Millionen Uiguren, ein Turkvolk überwiegend muslimischen Glaubens. In den vergangenen Jahren gab es in der Region immer wieder Unruhen und Spannungen zwischen den Uiguren und Han-Chinesen.

Anfang Juni waren bei einem Polizeieinsatz in einer Koranschule in Hotan elf Kinder verletzt worden. Im Juli vergangenen Jahres wurden in der Stadt 20 uigurische Demonstranten bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet. Ürümqi (Urumqi) war im Juli 2009 von gewalttätigen Auseinandersetzungen erschüttert worden. Innerhalb weniger Tage wurden nach Behördenangaben fast 200 Menschen getötet und mehr als 1600 verletzt, die meisten von ihnen Han-Chinesen.

Die Uiguren fühlen sich von den Chinesen benachteiligt und politisch unterdrückt. Chinas Kommunisten hatten sich die Region nach der Gründung der Volksrepublik 1949 einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen separatistische Bestrebungen und Terrorismus vor. (APA/dpa/AFP)


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