Geburtskirche kommt auf Weltkulturerbe-Liste

Gegen den Widerstand Israels hat die UNESCO am Freitag die Geburtskirche von Bethlehem auf ihre Liste des Weltkulturerbes genommen. Das beschloss das Weltkulturerbe-Komitee im russischen St. Petersburg. Damit erhalten die Palästinenser acht Monate nach ihrer umstrittenen Aufnahme als Vollmitglied in die UNESCO erstmals eines der begehrten Weltkulturerbe-Label.

Die Entscheidung fiel mit 13 Ja- und sechs Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Für die Einstufung der Kirche von Bethlehem, des „Geburtsorts von Jesus“, als Weltkulturerbe hatten die Palästinenser einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Sie begründeten dies mit dem zunehmenden Verfall des Bauwerks, das nach ihren Angaben seit rund 50 Jahren nicht mehr restauriert wurde.

Die Kirche wurde im vierten Jahrhundert unter dem römischen Kaiser Konstantin errichtet und gilt als eines der ältesten und heiligsten Gotteshäuser des Christentums. Das zehn Kilometer südlich von Jerusalem gelegene Gotteshaus soll religiösen Überlieferungen zufolge über jener Höhle errichtet worden sein, in der Jesus zur Welt kam. Unter der Kirche liegt die Geburtsgrotte mit dem sogenannten Silberstern.

Ende Oktober 2011 waren die Palästinenser nach heftigem Streit als Vollmitglied in die UN-Kulturorganisation aufgenommen worden. Das Votum der UNESCO-Vollversammlung löste damals massive Proteste Israels und der USA aus. Im Rennen um das Weltkulturerbe-Label sind noch 32 andere Kandidaten, darunter zwei aus Deutschland. Die fränkische Stadt Bayreuth möchte ihre Markgräfliche Oper als „einzigartiges Monument barocker Theaterkultur“ zum Weltkulturerbe erklärt bekommen, das baden-württembergische Schwetzingen seine fürstliche Sommerresidenz aus dem 18. Jahrhundert.

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