Spanier wollten Llorente als Stürmer, ARD sauer auf die TV-Bilder

Hier erfahren Sie die letzten Infos von den Teams und bunte Splitter rund um das EM-Turnier.

Splitter zur Fußball-Europameisterschaft 2012

Spanien: Fernando Llorente hatte vor dem EM-Finale gegen Italien in Kiew im Turnierverlauf noch keine Minute gespielt. Dabei wäre der kopfballstarke 27-Jährige von Athletic Bilbao für die Teilnehmer einer Internetabstimmung der spanischen Sportzeitung „AS“ der ideale Mittelstürmer für die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine gewesen. Sie setzten Llorente mit 7.495 Stimmen knapp vor Pedro Rodriguez (7.386) vom FC Barcelona, der allerdings über die Flügel kommt.

Fernando Torres und Cesc Fabregas, die Teamchef Vicente del Bosque abwechselnd im Sturmzentrum aufbot, landeten weit abgeschlagen auf den Plätzen. Für „El Nino“ Torres vom Champions-League-Gewinner Chelsea votierten lediglich 5.820 Internet-Wähler. Den offensiven Mittelfeldmann Fabregas vom FC Barcelona hielten 5.737 für die beste Lösung. Alvaro Negredo (FC Sevilla), der im Halbfinale gegen Portugal überraschend in der ersten Halbzeit spielen durfte, ist in der Liste gar nicht angeführt.

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TV-Ärger: Die UEFA sieht sich bei dieser EM zum wiederholten Male mit Vorwürfen der Manipulation von TV-Aufnahmen konfrontiert. Beim 1:2 der deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Italien waren Bilder eines weiblichen Fans gezeigt worden, der angeblich über den Rückstand trauert. Die übertragende ARD bestätigte in einem Bericht der „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag), dass die Aufnahmen aus dem deutschen Fanblock schon zuvor aufgezeichnet worden waren. „Wir sind erstaunt und irritiert. Diese Bilder sind für uns so nicht akzeptabel“, sagte ARD-Teamchef Jörg Schönenborn. „Wir werden jetzt erneut das Gespräch suchen.“

In der Szene ist eine schwarz-rot-gold geschminkte Frau zu sehen, über deren Wange eine Träne kullert. Gezeigt wurden die Bilder unmittelbar nach dem zweiten Treffer von Mario Balotelli in der 36. Minute. Tatsächlich wurden sie jedoch bereits vor dem Spiel am Donnerstag gefilmt.

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Italien: Unter einer Hitzeglocke mit Rekordtemperaturen bis zu 40 Grad haben die italienischen Fußballfans am Sonntag überall im Land dem EM-Finale ihrer Azzurri gegen Spanien entgegengefiebert. Nicht nur in den Großstädten wie Mailand, Turin, Rom oder Neapel wurden für das abendliche Public Viewing die Großbildschirme auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft.

In Rom hatte Bürgermeister Gianni Alemanno den Circo Massimo für das Spektakel freigegeben, zu dem rund 100.000 Fans erwartet wurden. Vier Maxischirme wurden aufgestellt: Die größte antike Vergnügungsanlage Roms war wieder als Schauplatz gefragt.

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Spanien II: Der ehemalige Nationaltrainer Luis Aragonés hat ein Geheimnis auf dem Weg zum EM-Titel 2008 enthüllt. Er habe damals einen anderen Weg in der Vorbereitung auf das Endspiel gegen Deutschland eingeschlagen, sagte der heute 73-Jährige dem Internetportal uefa.com. «Ich habe Anekdoten über verschiedene Spieler der Gegenseite erzählt», meinte Aragonés. Dadurch seien seine Kicker entspannt ins Finale gegangen. Spanien gewann gegen Deutschland mit 1:0 und feierte seinen ersten Titel nach 44 Jahren. Was er damals genau gesagt habe, enthüllte Aragonés nicht.


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