Geht‘s den Almen gut, geht‘s dem Tourismus gut

80 bäuerliche Funktionäre trafen sich zu Zukunftsgesprächen in Serfaus. BM Paul Greiter hält die Almwirtschaft für unverzichtbar.

Von Helmut Wenzel

Serfaus –Im Winter gehört die 500 Hektar große Serfauser­ Komperdell-Alm den Ski­fahrern. Jetzt aber weiden dort mehr als 200 Kühe und ein paar Ziegen. Almmeister Richard Althaler und sein achtköpfiges Team melken die Tiere ab 3 Uhr in der Früh und treiben sie dann auf die saftigen Wiesen­. Die Milch wird auf knapp 2000 Meter Seehöhe zu Butter­ und Käse verarbeitet. Zudem wird jährlich Fleisch von rund 70 Rindern direkt im Ort vermarktet, Abnehmer ist die gemeinde­eigene Komperdell-­Seilbahn.

Mit fast 50 Prozent Nächtigungsplus in den vergangenen zehn Jahren gilt Serfaus-Fiss-Ladis als die erfolgreichste Tourismusregion Tirols. Dass der Erfolg stärker als vermutet mit der regionalen Almwirtschaft zusammenhängt, haben BM Paul Greiter und Ortsbauern­obmann Lorenz Purtscher aufgezeigt. Anlass war der Tag der Almwirtschaft der Terra-Raetica-Region auf der Komperdell-Alm, wo sich kürzlich 80 Funktionäre aus dem Bezirk Landeck, Vinschgau­ und Engadin trafen. Das Regionalmanagement regioL hatte das Treffen koordiniert und gefördert­.

„Unser Ziel ist es, die Mischstruktur aus Tourismus und einer lebendigen Landwirtschaft unbedingt zu halten“, betont BM Greiter, „gepflegte bewirtschaftete Almen sind unverzichtbar für den Wirtschaftskreislauf in der Region. Damit diese Kooperation funktioniert, ist freilich ein bestimmtes Verständnis nötig.“ Die Gemeinde fördert, so Greiter, die Viehhaltung der mehr als 50 bäuerlichen Betriebe mit jährlich rund 180.000 Euro.

Die Lacher auf seiner Seite hatte ein Funktionär aus dem Unterengadin: „Wir können zwar auch Kühe melken, aber keine Touristen.“


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