Erinnerung an Hans Sachs und den Meistersingersaal

Wolfgang Götzinger und Susanne Kircher-Liner schufen für das Foyer im neuen Schwazer Stadtsaal ein riesiges Gemälde.

Von Peter Hörhager

Schwaz –8,8 mal 4,5 Meter – das sind die riesigen Ausmaße eines Kunstwerkes, das derzeit in das Foyer des neuen Schwazer Stadtsaales eingebaut wird. Damit werden im neuen Saal von Schwaz Erinnerungen an einen früheren Prunksaal der Silberstadt wachgehalten. Auf dem riesigen Gemälde werden nämlich Motive des einstigen Meistersingersaales festgehalten, der im Dezember 1944 bei einem Bombenangriff zerstört worden ist. Meistersinger – da wird eine Brücke zu Hans Sachs geschlagen. Tatsächlich war der „Schuhmacher und Poet dazu“, wie er sich selbst bezeichnete, 1513 in Schwaz. Der Ort erlebte damals Dank der Silbervorkommen einen enormen Aufschwung und beherbergte im 16. Jahrhundert Künstler von Weltruf. Jedenfalls initiierte der Nürnberger eine Meistersingerschule, die im historischen Berg- und Pflegegerichtsgebäude untergebracht war. In dem 1536 von Ulrich Funk d. J. im Meistersingersaal geschaffenen Bilderzyklus wurden Stoffe von Hans-Sachs-Gedichten („die neun getreuen Römer mit ihren wundergetreuen Taten“, „die neun heidnischen Frauen mit ihren wundergetreuen Taten“ und „die Ehrenport der zwölf sieghaften Helden des alten Testaments“) wiedergegeben. Bereits im 16. Jahrhundert wurde allerdings eine Quermauer eingezogen, womit der Saal die Hälfte seiner Höhe verlor und praktisch unbrauchbar wurde. Im Jahre 1941 gab es dann eine Begehung durch Sachverständige, der Bombenangriff im Jahre 1944 machte jedoch alle Erneuerungspläne zunichte. Im Schwazer Rabalderhaus sind noch fünf Fragmente der einstigen Fresken zu besichtigen.

Im Zusammenhang mit dem Stadtsaal wurde im Vorjahr Wolfgang Götzinger beauftragt, ein großes Bild mit Motiven aus dem Bilderzyklus zu schaffen. Da dieser zur Halbzeit der Arbeiten durch Erkrankung mehrere Wochen lang ausfiel, das Werk aber bis zur Eröffnung am 7. September fertig sein muss, holte Götzinger die Schwazer Künstlerin Susanne Kircher-Liner ins Boot, die den zweiten Teil des Riesengemäldes realisierte.

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