Alpinbanda zelebriert olympischen Gedanken

Paul Heis aus Oberperfuss vertrat in London musikalisch-kulturell das Tiroler Land. Und das auf seine äußerst bunte und schräge Weise.

Von Hubert Trenkwalder

London, Oberperfuss –„Dabei sein ist alles“, war ihr erklärtes Motto. Doch Paul Heis und seine Musiker-Family waren wohl erfolgreicher als die heimischen Athleten; zumindest ernteten sie mehr Applaus in London.

Der Ruf kam von einigen­ Tiroler Unternehmen: Der Oberperfer Paul Heis hatte sich offensichtlich durch seine musikalische Vita für eine Teilnahme­ an den Olympischen Spielen in London qualifiziert. Zumindest für die wichtigen­ – die kulturellen­ – Events. Im „Austria House Tirol“ des ÖOC organisierte der kreative­ Bursche Livemusik­, präsentierte ein musikalisches Gesamtpaket, abgestimmt auf die jeweiligen Anlässe­.

Seine Bands Alpin­banda­, Lovegun und Heis-Music sowie die Oberperfer­ Tanzl­musig und die Geigerin­ „Amadea­“ waren mit von der Partie. Ein 17-köpfiges Team, das auszog, um dem internationalen Publikum ebensolche Klänge, aber natürlich in erster Linie traditionelle und zeitgemäß interpretierte alpine Livemusik zu präsentieren. Und die Mischung kam an, sowohl auf der Terrasse als auch in der Gala Hall des Öster­reich-Hauses am Trinity Square, welches direkt neben dem Tower of London nahe der Tower Bridge von Publikum aus aller Welt besucht wurde. „Unplugged, also einfach pur und natürlich, mache ich in solchen Fällen besonders gerne, da springt der Funken am schnellsten­ über“, freut sich der „studierte“ Saxophonist über das außergewöhnliche Engagement.

Das Publikum wur­de­­ auch gleich mit eingebunden­ in die Perfor­mance. „First lesson­ of Tyrolean body percussion“ nennt man Schuhplatteln für Anfänger, das wissen nun auch die Seher von CNN. Und eine Einführung in die Entwicklung des alpinen Jodlers genossen jene von Euronews. „Die Kunst der Kunst der Kunst“ sei sein Motto, erklärt Paul Heis gerne. „Die künstlerische Qualität meines Schaffens ist mir genauso wichtig­ wie der unterhaltende Wert meiner Musik.“ Für Publikum zu spielen, bedeute für ihn, Heis, dass er sich zwingend selbst treu bleibe und trotzdem versuche, das Publikum aus dem Alltag kurz in seine Welt zu entführen.

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Er fühlt sich offensichtlich wohl in seiner Haut, der Paul, und er rockte in der jüngeren Vergangen­heit sowohl fern der Heimat (Colorado/USA) als auch bei heimischen Kult-Festivals wie den „Highland-Games“. 2011 produzierte er das Hörbuch „Frei sein“ für das SOS-Kinderdorf .

Und was die Zukunft bringt? „2014 veranstalte­ ich die erste Tuifls-Geign-Groove-WM“, meint der Tiroler mit Augenzwinkern. Sein generationsübergreifendes Projekt – Sohn Patrick ist perkussiv auch mit von der Partie – wird Paul noch in entlegenere Winkel als in die Stadt an der Themse­ führen­. Und Tirol und seine bunte Kulturvielfalt kann ohnehin nicht gründlich genug vermittelt werden.


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