Gasgeschäft lässt E.ON-Gewinne explodieren

Bei Deutschlands größtem Energiekonzern E.ON geht es wieder bergauf: Die Belastungen aus dem Atomausstieg hat das Unternehmen verdaut und erhält nun durch billigeres Gas aus Russland zusätzlich Schub. Im ersten Halbjahr 2012 verdreifachte sich der Konzernüberschuss auf 3,1 Mrd. Euro, teilte das Unternehmen am Montag in einem Zwischenbericht mit.

Zugleich erhöhte sich der Umsatz um 23 Prozent auf 65,4 Mrd. Euro. Der Konzern profitierte vor allem von günstigeren Gasverträgen, die E.ON beim russischen Großlieferanten Gazprom durchgesetzt hat. Das Gasgeschäft hatte E.ON zuvor die Bilanz vermasselt. Der Konzern machte hier lange Zeit Verluste, weil die Tochter Ruhrgas an Gazprom und andere Lieferanten in den langfristig festgelegten Verträgen höhere Preise zahlen musste, als die eigenen Kunden bereit waren zu berappen.

Wegen neuer Gasvorkommen ist der Spotmarktpreis in den vergangenen Jahren gesunken. Anfang Juli hatte sich E.ON mit Gazprom rückwirkend zum vierten Quartal 2010 auf günstigere Verträge geeinigt. Ruhrgas hat nun mehr Spotmarktelemente in den Verträgen.

Neben dem Gasgeschäft machte E.ON die von der Berliner Regierung vor einem Jahr beschlossene frühere Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke zu schaffen. E.ON muss seitdem auf zwei Gewinnbringer, die Meiler Isar 1 und Unterweser, verzichten. Negative Einmaleffekte aus der Atomwende fielen nun aber weg. Hierzu gehörten hohe Rückstellungen für den früheren Abriss der AKW und Abschreibungen auf nicht mehr verwendbare Brennelemente. Dies habe im Halbjahr 2012 einen positiven Effekt in Höhe von 1,5 Mrd. Euro gehabt, erklärte E.ON. Die Atomwende und das schwache Gasgeschäft hatten dem deutschen Branchenprimus im vergangenen Geschäftsjahr den ersten Nettoverlust seiner Unternehmensgeschichte eingebracht. Am Ende des Jahres stand nach Anteilen Dritter ein Fehlbetrag von 2,2 Mrd. Euro in den Büchern.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren


Schlagworte