Traditionstag im Zeichen der Wehrpflicht-Zukunft

Innsbruck – Beim 46. Traditionstag auf dem Bergisel gestern Montag war neben dem traditionellen Gedenken an die dritte Bergiselschlacht vom ...

Innsbruck –Beim 46. Traditionstag auf dem Bergisel gestern Montag war neben dem traditionellen Gedenken an die dritte Bergiselschlacht vom 13. August 1809 auch die Zukunft der Wehrpflicht Thema.

Vor zahlreichen Ehrengästen und Abordnungen der Traditionsverbände legte Tirols Militärkommandant Herbert Bauer ein Bekenntnis für die allgemeine Wehrpflicht ab. In der Debatte um die künftige Wehrform gehe es nicht nur um die Qualität, sondern auch um die Quantität der verfügbaren Soldaten. „Und die ist mit der Wehrpflicht höher als mit einem Berufsheer“, ist Bauer überzeugt.

Zwar würden die von Verteidigungsminister Norbert Darabos gestarteten Pilotversuche für ein Berufsheer Aufschlüsse geben, was militärisch machbar sei. Allerdings habe die Wehrpflicht auch gesellschaftspolitische Aspekte, bezog sich Bauer auf Aussagen von Bundespräsident Heinz Fischer als Oberbefehlshaber des Bundesheeres. Fischer habe die Integrationskraft des Präsenzdienstes gewürdigt. Selten würden wie beim Bundesheer unterschiedliche soziale Schichten und religiöse Bekenntnisse an einem staatspolitischen Ziel arbeiten. „Dieses Faktum ist neben den Kosten und dem Aufkommen an Soldaten zu berücksichtigen“, sagte Bauer, um nochmals Anleihe bei Fischer zu nehmen: Wer die Wehrpflicht abschaffe, könne auch die Steuerpflicht abschaffen. Wer jedoch alle Pflichten abschaffe und nur Rechte genieße, werde nicht in der besten aller Welten leben.

Wie zur Untermauerung des Gesagten wurden beim Festakt am Bergisel 80 neue Rekruten des Stabsbataillons 6 angelobt. (cm)


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