Ein Pfiffikus erobert mit seinem Cabrio die Stadt

In Berlin und Wien gibt es Fahrrad-Taxis schon länger – in Innsbruck übernimmt Wolfgang Kreidl die Pionierarbeit. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck –Wenn Wolfgang Kreidl in die Pedale tritt, ist ihm eines gewiss: Aufmerksamkeit. Ob im Straßenverkehr, am Radweg oder in der Fußgängerzone – das Fahrrad-Taxi fällt auf. „Die Leute winken mir zu oder zeigen mit dem Daumen nach oben“, erklärt Kreidl während der flotten Fahrt in die Innsbrucker Innenstadt. Rund 20 km/h sind dank Elektromotor drin.

Kaum in der Maria-Theresien-Straße angekommen, drängen sich schon die ersten Touristen neugierig um das Gefährt. Doch nicht nur für Stadtrundfahrten sei das Fahrrad-Taxi interessant. „Potenzial gibt es auch bei den Einheimischen“, sagt der 45-Jährige. Als Konkurrenz zu herkömmlichen Taxis sieht er sich nicht. „Wer bei mir einsteigt, fährt sonst mit dem Bus oder geht zu Fuß.“

Abgerechnet wird bei der Taxifahrt nach Zeit, fünf Minuten kosten 3 Euro. „Ich möchte aber einen Zonenplan einführen, ähnlich wie bei den öffentlichen Verkehrsmitteln“, sagt Kreidl. Die Innenstadt, Wilten und Pradl seien besonders interessant. Auch nach St. Nikolaus chauffiert er seine Fahrgäste, hinauf nach Hötting komme er nicht. Bei 150 Kilogramm Fahrrad-Eigengewicht kein Wunder. Dennoch sei Innsbruck für sein Taxi gut geeignet. „In Wien ist es mit den vielen Hügeln schwieriger“, meint er.

Das Konzept scheint jedenfalls aufzugehen: „Das Cabriogefühl hat seinen Reiz. Es macht einfach Spaß mitzufahren“, erzählt Kreidl mit einem Lächeln. Maximal zwei Personen und ein Kind unter sechs Jahren finden an Bord Platz. Abends und am Wochenende sei die Nachfrage am stärksten. „Unterwegs bin ich auch, wenn es dunkel ist“, erklärt der Taxler. Mit Licht, Blinker und Scheibenbremsen ist das Fahrrad gut ausgerüstet.

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Als zweites Standbein, und um im Winter über die Runden zu kommen, will Kreidl sein Fahrrad als Werbeträger nutzen. „In der Stadt bin ich ein Blickfang“, weiß der Innsbrucker, der schon als Werbetexter tätig war und nun ganz auf seine Geschäftsidee vertraut. Auch wenn es abgedroschen klingen mag, der Kontakt zu den Menschen gefalle ihm an seinem neuen Job besonders. „Und, dass ich mit einem umweltfreundlichen Verkehrsmittel unterwegs bin.“

Demnächst können die Fahrten per Webcam unter www.fahrrad-taxi.at live im Internet verfolgt werden. Im Frühling soll der Fuhrpark erweitert werden. „Ich bin von meinem Taxi überzeugt“, sagt Kreidl und schnurrt davon.


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