Kirchberg versank im Blütenmeer

Ein Publikumsansturm herrschte beim Blumencorso in Kirchberg. Bei 27 Grad im Schatten wurde gedrängt, geschubst und vor allem viel fotografiert. Die Parade fasziniert nach wie vor Jung und Alt.

Von Johanna Monitzer

Kirchberg – Sie reisen mit großen Bussen an oder planen ihren Urlaub extra danach. Tausende Zuschauer wollten gestern einen Blick auf die Arrangements beim Blumencorso in Kirchberg erhaschen. „Neben vielen einheimischen Besuchern freuen wir uns jedes Jahr über Gäste aus Deutschland, Holland, Belgien und natürlich aus ganz Österreich“, sagt Christoph Stöckl, Ortsstellenleiter des Tourismusverbandes.

Nach ersten Schätzungen des Veranstalters waren auch dieses Jahr knapp 10.000 Zuschauer vor Ort. Wer sich zu spät auf den Weg machte, suchte vergebens nach einem Parkplatz. Die Faszination Blumencorso scheint auch im 18. Jahr ungebrochen sein. „Es geht ja nicht nur um die Parade, sondern auch um das Rahmenprogramm. Vom Frühschoppen über ein Kinderprogramm bis hin zum Ausklang beim Sommernachtsfest ist viel geboten“, sagt Stöckl. Die Blumenarrangements sind im Trubel des Festgeschehens aber die unangefochtenen Stars.

525.000 holländische Blumen verarbeiteten heuer die 34 Teilnehmer zu Bauwerken und Skulpturen. Die Blumen bezahlt der Veranstalter. Für die Umsetzung sind die Teilnehmer selber verantwortlich. Eine mühsame Arbeit, die viel Geduld und vor allem Fantasie erfordert. Die Kreationen werden Jahr um Jahr ausgefallener. Noch größer, noch detailreicher, scheint das Motto zu sein. Ausgerüstet mit Fotoapparat und Videokamera war es für die meisten Zuschauer wieder das vorrangige Ziel, viele Impressionen einzufangen. Ein wahres Blitzlichtgewitter löste die Nachbildung des Taj Mahal vom Team Hotel Sonnalp aus.

Unter den Hobbyfotografen finden sich auch eingefleischte Fans der Parade. So ist Mareike Roseel das dritte Mal beim Blumencorso dabei. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer Schwester verbringt die Holländerin vier Tage in der Region. Die florale Parade fasziniert. „Ich liebe Blumen und die riesigen Gestecke bringen mich immer wieder zum Staunen“, sagt Roseel. Jeder Wagen wird fotografiert. Ihr Mann filmt mit. Bis zum Ende der Parade wird die Rentnerin fast 100 Fotos geschossen haben. Was macht sie mit den Bildern? „Ich mache ein Fotobuch. So kann ich mich zuhause immer daran erinnern.“ Nach dem Blumencorso verschwinden die Kunstwerke nicht gleich wieder aus dem Ortsbild. Die Teilnehmer stellen ihre Kreationen so lange in der Region aus, bis die Blumen verwelkt sind. Wer die Parade verpasst hat, kann also noch in den kommenden Tagen die Gestecke bewundern.


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