Bewaffnete griffen Sinai-Kontrollposten an

Auf der ägyptischen Halbinsel Sinai hat eine Gruppe bewaffneter Männer einen Kontrollposten angegriffen. Bei dem Überfall am Montag in der Stadt Al-Arisch habe es aber keine Opfer gegeben, hieß es in Sicherheitskreisen. Erst am Sonntag hätten in der Stadt zwei Männer aus einem Fahrzeug heraus auf eine Polizeiwache gefeuert. Die Angreifer seien nach dem Vorfall entkommen.

Die Lage auf der Halbinsel ist gespannt, seit am 5. August 16 ägyptische Grenzpolizisten durch mutmaßlich israel-feindliche Islamisten getötet wurden. Ägyptens Präsident Mursi, der erst seit Juni im Amt ist, ordnete daraufhin eine Offensive gegen die Extremisten an und schickte Hunderte Soldaten in das Gebiet.

Der erste frei gewählte Präsident in der Geschichte Ägyptens hatte am Sonntag überraschend die Armeeführung entmachtet und die ganze Macht im Staat an sich gezogen. Er entließ den Armeechef und Verteidigungsminister Mohammed Tantawi und den Generalstabschef Sami Enan. Darüber hinaus setzte er die Verfassungserklärung vom Juni außer Kraft, mit der die Militärs seine Macht eingeschränkt hatten.

Die USA sind von der Entmachtung der Militärführung durch Mursi nicht überrascht worden. Wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, George Little, am Montag in Washington erklärte, hatten die USA erwartet, dass Mursi sein eigenes Team im Bereich Verteidigung ernennen werde. Washington hoffe, dass die militärische und die zivile Führung an der Lösung der Probleme des Landes arbeiten werde.

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