Nein zu Rechten & Korrupten

Die Grünen sind laut Parteichefin Eva Glawischnig bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen – sowohl in Österreich als auch in Tirol.

Von Alois Vahrner

Innsbruck –Insgesamt 40 Tage lang tourt Glawischnig diesen Sommer durch ganz Österreich, mit Bus und Elektromobil (mit dem sie jüngst in der Steiermark mit angeblich 160 km/h unterwegs gewesen sein soll) derzeit auch in Tirol. Und wandert mit Anhängern und Interessierten durch die Imster Rosengartenschlucht, besucht Bio- und Industriebetriebe im Unterland oder joggt durch Innsbruck.

Von Kleinunternehmern, Familien bis hin zu manchem schwarzen Bürgermeister höre man viele Sorgen und viel Zuspruch für einen anderen, sauberen Politik-Stil, sagt Glawischnig. Vor- oder Zwischen-Wahlkampf sei das aber keiner. „Wir sind noch nicht im Wahlfieber.“ Das dürfte sich 2013 früh genug einstellen, stehen doch neben der Nationalratswahl etwa auch Landtagswahlen in Tirol und Kärnten an. Nach all den Skandalen würden die Karten völlig neu gemischt. „Es kann einen Erdrutsch geben“, glaubt Glawischnig. Derzeit liegen die Grünen laut Umfragen bundesweit und auch in Tirol bei 13 bis 14 %, in Kärnten bei 16 bis 18 %. Ob Rot-Grün (wovor die ÖVP in einer Fibel warnt) oder sogar eine Dreier-Ehe mit SPÖ und ÖVP, will die Grünen-Chefin derzeit nicht beantworten. Fraglich sei aber auch, ob es das BZÖ, die Piraten und Frank Stronach ins Parlament schaffen oder nicht. Keine Koalition werde es jedenfalls „mit Rechten und Korrupten“ geben. In Sachen Korruption habe auch die ÖVP noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Mit der Entwicklung der Grünen in Tirol zeigt sich Glawischnig sehr zufrieden. „Tirol ist fast schon meine Lieblings-Landesgruppe.“ Die Ampelkoalition in Innsbruck sei jedenfalls ein großer Erfolg. Nicht dreinreden will die Parteichefin den Tiroler Grünen, ob sie eine Ampel auch auf Landesebene oder eine schwarz-grüne Koalition wie in Oberösterreich anstreben sollen. „Nach 60 Jahren ÖVP-Herrschaft würde es dem Land aber guttun, wenn es einmal durchgelüftet würde“, sagt Landeschefin Ingrid Felipe. Sie hat jüngst im TT-Interview massive Vorbehalte gegenüber LH Günther Platter angemeldet.

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