Vier Stunden in Baum gefangen

Söll – Gestern war der größte Schrecken des Unfalls überwunden – bei allen Beteiligten. „Mein Oberschenkel ist geprellt und aufgeschürft, ab...

Söll –Gestern war der größte Schrecken des Unfalls überwunden – bei allen Beteiligten. „Mein Oberschenkel ist geprellt und aufgeschürft, aber es geht mir schon besser“, erklärte der zwölfjährige Dominik der TT am Telefon. Einige Stunden zuvor hatte der Schüler bei einem Ausflug in einen Wald bei Söll eine große Portion Glück gehabt.

Der Bub startete gegen elf Uhr eine Ausfahrt mit dem Fahrrad. Im Wald kletterte er zwischen zwei Bäumen, auf denen er ein Baumhaus bauen wollte. Doch er kam nicht weit. Plötzlich rutschte er ab und blieb zwischen den Bäumen hängen und klemmte sich den Oberschenkel ein. „Ich bin nicht herausgekommen. Darum habe ich um Hilfe­ geschrien und gehofft, dass jemand kommt“, erzählte er. Ganze vier Stunden kam er weder vor noch zurück. Doch dann kam der 66-jährige Werner Perlinger, der in der Nähe nach Pilzen suchen wollte, vorbei. Von Weitem hörte er Dominiks Hilfeschreie.

In einem steilen Hang entdeckte der Pensionist den Buben. „Ihm war zu kalt. Ich habe ihm mein Handy geliehen, damit er seine Mutter anrufen konnte.“ Diese hatte sich schon Sorgen gemacht und kam kurz darauf zum Unfallort und alarmierte die Einsatzkräfte.

„Sein Großvater ist in der Zwischenzeit mit der Kettensäge gekommen. Die hat zum Glück nicht funktioniert, das wäre zu gefährlich gewesen“, meinte Perlinger. Die Feuerwehr Söll bog dann die beiden Baumstämme auseinander und befreite den 12-Jährigen. Danach ging es für Dominik ins Krankenhaus, das er aber bereits gestern verlassen konnte. (TT, ale)


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