Tiroler Heimkinder mussten angeblich für Swarovski schuften

Harte „Akkordarbeit“ für Swarovski: Diesen Vorwurf formulieren ehemalige Heimkinder in einem Bericht des „Kurier“. In den Archiven des Kristallkonzerns fanden sich darauf bisher keine Anhaltspunkte.

© Robert Parigger

Wattens – Der Kristallkonzern Swarovski soll laut einem Bericht des „Kurier“ in der berüchtigten Tiroler Landeserziehungsanstalt St. Martin in Schwaz Kristallbänder anfertigen haben lassen. Als Arbeitskräfte habe man Ende der 1960er Jahre Zöglinge eingesetzt, die „maximal einige Groschen“ dafür erhalten haben sollen, wie ein ehemaliges Heimkind berichtete. Seitens des Unternehmens gibt es keine Bestätigung.

Laut dem Zeitungsartikel seien 15- bis 18-jährige Mädchen täglich rund zehn Stunden für Swarovski im unfreiwilligen Arbeitseinsatz gestanden. Laut einer weiteren ehemaligen Heimbewohnerin sollen es rund 20 bis 25 Mädchen gewesen sein, die man dazu verpflichtet hätte.

Werdende Mütter am Fließband?

„Das waren zehn Zentimeter breite, meterlange Bänder“, beschreibt Hermine Reisinger im Kurier. „Es wurde als gute Arbeit angepriesen, aber es war Akkordarbeit.“ Reisinger verbrachte die Jahre von 1968 bis 1970 im Heim. Laut ihren Angaben wurde von allem „werdende und junge Mütter für die Swarovski-Fertigung“ herangezogen.

An eine Bezahlung können sich die zitierten Betroffenen nicht erinnen. „Ich bin sicher, dass Swarovski sehr wohl bezahlt hat, nur wir haben nichts davon gesehen“, sagte im Kurier Waltraud R. Sie glaube, dass die Heimleitung das Geld einbehalten habe.

Nach Angaben von Swarovski habe man, so der „Kurier“, noch keinen Anhaltspunkt für die Produktionsstätte gefunden. „Wenn Swarovski in einem Kinderheim etwas fertigen ließ, dann sicher im guten Glauben, dass das Geld an die Kinder weitergeleitet wird“, wurde eine Firmen-Sprecherin zitiert. (tt.com, APA)


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