Grillitsch, Westenthaler, Lugar: Wer läuft zu Stronach über?

Mit drei Unterschriften von Abgeordneten könnte Stronach österreichweit mit seiner Partei antreten. Über weitere Überläufer wird deshalb heftig spekuliert.

Wien – Nach dem Übertritt des bisherigen SPÖ-Abgeordneten Gerhard Köfer zu Frank Stronachs neuer Partei wird über weitere Überläufer aus dem Nationalrat spekuliert. Genannt werden u.a. der „wilde“ Abgeordnete Robert Lugar, der 2011 aus dem BZÖ ausschied, der stellvertretende BZÖ-Klubobmann Peter Westenthaler und Ex-Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch (V). Mitglieder des Nationalrats zu gewinnen, hat für Stronach einen besonderen Wert: Die Unterschriften von drei Abgeordneten reichen aus, um in ganz Österreich für den Nationalrat kandidieren zu können.

Lugar deutete im „Kurier“ an, dass er den Milliardär unterstützen dürfte: „Es gab sehr viele Gespräche. Frank ist eine tolle und wertvolle Persönlichkeit. Ich unterstütze jeden, der Österreich zum besseren verändern will.“ Westenthaler wollte auf APA-Anfrage am Mittwoch nichts sagen. Er sei auf Urlaub und gebe derzeit keine Stellungnahmen ab, so der Abgeordnete, der schon für Stronach bei Magna gearbeitet hat.

Kein Grüner im Visier

Der „Kurier“ zitierte einen Stronach-Vertrauten, wonach der Industrielle auch bei ÖVP und FPÖ fündig geworden sei. Nur Grüner sei keiner mit von der Partie. ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf meinte gegenüber der Zeitung auf die Frage, ob auch ihm Mandatare abhandenkommen könnten: „Ich kann und will mir das nicht vorstellen.“ Ex-Bauernbund-Präsident Grillitsch betonte auf Anfrage am Mittwoch neuerlich, dass diese Spekulationen „völlig aus der Luft gegriffen“ seien. „Meine politische Heimat ist die steirische Volkspartei“, so Grillitsch.

SPÖ-Klubobmann Josef Cap sieht den Abgang des Spittaler Bürgermeisters Köfer darin begründet, dass dieser bei der nächsten Wahl kein Mandat mehr bekommen hätte. Grund dafür ist ein Beschluss der Kärntner SPÖ, wonach Bürgermeister in Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern künftig kein überregionales politisches Amt wie Nationalratsabgeordneter mehr bekleiden dürfen.

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Keine weiteren SPÖ-Abgeordneten

Dass noch weitere SPÖ-Abgeordnete zu Stronach zu wechseln, schloss Cap im Gespräch aus. Er finde Köfers Schritt „bedauerlich“, das sei aber „sein persönliche Entscheidung“. Cap meinte weiters, dass sich Stronach offenbar mit dem Anwerben von Abgeordneten „den Kontakt mit der Bevölkerung“ und das Sammeln von Unterstützungsunterschriften ersparen und mit Hilfe von Abgeordneten-Unterschriften seine Kandidatur sichern wolle.

Aus dem BZÖ hieß es: „Wer den neuen Weg des BZÖ mit Josef Bucher mitgehen will, ist herzlich eingeladen. Wer sich von Stronach kaufen lässt, ist für immer verkauft und muss sich vor seinen verratenen Wählern rechtfertigen. Josef Bucher ist jedenfalls nicht käuflich.“ (APA)


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