„Im Hang ist es lebensgefährlich“

Landesgeologe Heißel beobachtet die Situation in Inzing: Siedlung sei nicht in Gefahr.

Inzing –Noch immer steht Inzing unter Schock. Zwei junge Menschen mitten aus dem Leben, ihren Familien, der Dorfgemeinschaft gerissen. Nach dem tragischen Hangrutsch vom vergangenen Sonntag, bei dem eine 24-jährige Frau und ein 31-jähriger Mann starben, beginnt im Dorf langsam die Aufarbeitung und Trauerarbeit. Am Samstag werden die beiden zu Grabe getragen. Gleichzeitig richten sich die Blicke zum Hang, der urplötzlich in die Tiefe gerutscht war. Doch für den Siedlungsraum geben die Landesgeologen vorerst Entwarnung.

Der Chef der Abteilung, Gunther Heißel, ist im ständigen Kontakt zum Bürgermeister. „Ich bin zutiefst der Meinung, dass es keine Gefahr für den Siedlungsraum gibt. Im Hang selbst ist es dagegen aber lebensgefährlich.“

Als Ganzes gesehen sei der Hang stabil. Im Detail allerdings nicht. So gibt es eine etwa 20 Meter hohe Abrisskante, die bei Regen oder starkem Wind abrutschen könnte. Für heute prognostizieren die Meteorologen Gewitter. Dies könne durchaus zu kleinen Rutschungen oder Muren führen, erklärt Heißel. Für den Siedlungsraum erkennt er aber nach aktuellem Stand keine großen Gefahren. Allerdings müsse viel Schadholz beseitigt werden, da sonst Verklausungen drohen würden. Das sei aufgrund der Situation vor Ort aber nur sehr schwer möglich.

Inzing war bekanntlich nicht zum ersten Mal von derartigen Problemen betroffen. 1969 starben bei einer Mure drei Menschen. Einen Zusammenhang dazu verneinte Heißel erneut. „Der Hangrutsch am Sonntag war gegen jede Prognose und ein Sonderfall. Er kann mit der Mure von damals nicht verglichen werden.“

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Dass derartige Hänge kriechen, sei nichts Ungewöhnliches. Die Entwicklungen würden über Jahre gehen. Was den Weg zur Inzinger Alm betrifft, da hat Heißel seine Zweifel. „Diesen wiederherzustellen wird sehr schwer werden. Hier muss man sich vielleicht Alternativen suchen.“ (mw)


Kommentieren


Schlagworte