Debatte um Militäreinsatz Israels gegen den Iran

Die Debatte über einen präventiven israelischen Militäreinsatz gegen iranische Atomanlagen reißt nicht ab. Israels habe nach seinem Eindruck noch keine Entscheidung über einen Angriff getroffen, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Dienstag. Der scheidende israelische Heimatschutzminister Matan Vilnai bestätigte jedoch Vorkehrungen für einen 30-tägigen Krieg mit rund 500 Toten.

Es gebe „noch Raum zum Aushandeln“ einer diplomatischen Lösung, zeigte sich Panetta in Washington überzeugt. Der Pentagon-Chef unterstrich zugleich, Israel sei ein „unabhängiger Staat“, der letztlich „sein nationales Interesse“ verteidigen werde.

In den vergangenen Tagen war in der israelischen Presse verstärkt über einen womöglich in naher Zukunft zu startenden Angriff auf Ziele im Iran spekuliert worden. US-Generalstabschef Martin Dempsey gab zu bedenken, dass ein Angriff gegen den Iran dessen Atomprogramm wahrscheinlich nur verzögern, nicht aber stoppen könne.

Die iranische Regierung hatte am Dienstag die Bereitschaft Israels zu einer Attacke angezweifelt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran bezeichnete einen möglichen Angriff als „dumme Aktion“. Der Iran nehme „die Spekulationen nicht ernst“.

Der US-Sicherheitsexperte John Hulsman, ein Berater der US-Regierung, hält einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen noch im September für wahrscheinlich. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl im November sei „der Druck, Israel um jeden Preis politisch zu unterstützen, in der amerikanischen Öffentlichkeit extrem hoch“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Zudem schützten die Iraner ihre Atomanlagen immer besser, weshalb nur wenig Zeit bleibe.

Israel, die USA und andere westliche Staaten beschuldigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an Atomwaffen zu arbeiten, und belegen das Land mit immer neuen Sanktionen. Teheran weist die Anschuldigungen zurück.


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