Archiv von Anne Franks Vater soll in New York versteigert werden

67 Jahre nach dem Tod von Anne Frank sind in New York anscheinend bisher unbekannte Dokumente ihres Vaters Otto aufgetaucht

Amsterdam, New York – 100 Dokumente von Anne Franks Vater Otto sollen in New York versteigert werden. Zu den Papieren und Fotos gehört auch ein Brief, den Otto Frank an seine Tochter schrieb.

67 Jahre nach dem Tod von Anne Frank sind in New York anscheinend bisher unbekannte Dokumente ihres Vaters Otto aufgetaucht. Die Amsterdamer Anne Frank Stiftung ist an der Sammlung interessiert, die im November in New York versteigert werden soll. „Das Auktionshaus hat mit uns am Mittwoch Kontakt aufgenommen“, sagte Teresien da Silva, Leiterin der Sammlung der Stiftung, der dpa in Amsterdam.

Das Auktionshaus Doyle hatte angekündigt, am 5. November Briefe, Dokumente und Fotos von Otto Frank zu versteigern. Die Stiftung, die selbst eine Sammlung von Briefen von Otto Frank besitzt, hat die angebotenen Stücke noch nicht gesehen. „Zunächst werden wir die Stücke prüfen und dann entscheiden“, sagte Da Silva.

Etwa 100 Einzelstücke aus der Sammlung des Schauspielers Joseph Schildkraut sollen nach Angaben des Auktionshauses unter den Hammer kommen. Schildkraut hatte in zwei Filmen die Rolle von Otto Frank gespielt und das Archiv über Jahrzehnte zusammen gestellt. Es enthält unter anderem einen Brief des Vaters an Anne Frank und ein Stofftaschentuch von Otto Frank mit Monogramm. Der Wert der Sammlung wird vom Auktionshaus auf bis zu 30 000 Dollar (etwa 24 000 Euro) geschätzt.

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Das jüdische Mädchen Anne Frank hatte sich während der NS-Zeit mit seiner Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckt und dort Tagebuch geschrieben. 1944 wurden sie entdeckt. Anne Frank wurde in das Vernichtungslager Auschwitz, später in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Dort starb sie im März 1945 im Alter von 15 Jahren an Typhus. Otto Frank überlebte und veröffentlichte vor 65 Jahren das Tagebuch seiner Tochter. Die Stiftung betreibt unter anderem auch das Museum „Anne-Frank-Haus“ in Amsterdam, das Versteck der Familie Frank. (APA/dpa)


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