Großbrand legte Stromversorgung in Bayern lahm

Feuer vernichtete in Erl Lagergebäude und ließ 110-kV-Leitung schmelzen. Brandursache unbekannt, Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Von Wolfgang Otter

Erl – Verkohlte, herabhängende Balken, eine zerstörte Inneneinrichtung, Betreten wegen Einsturzgefahr verboten – die Halle des ehemaligen Holzleimwerks an der Landesstraße in Erl bietet am Donnerstagvormittag ein Bild der totalen Zerstörung. Stunden vorher hat hier noch ein Großbrand gewütet, der den Himmel weit sichtbar in Rot färbte und internationale Auswirkungen zeigte. Als am Mittwoch gegen 22.30 Uhr die rund 120 Meter lange Lagerhalle in Flammen aufging, war die Hitze derart enorm, dass auch eine über dem Gebäude verlaufende 110-kV-Stromleitung schmolz. Daher gingen in mehreren angrenzenden Gemeinden in Bayern für rund zweieinhalb Stunden die Lichter aus. In Tirol war kein Haushalt betroffen. Durch die herabhängende Leitungsteile gestaltete sich der Einsatz für die Feuerwehr äußerst gefährlich. „Weil die Stromleitung auf dem Boden gelegen hat, konnten wir im mittleren Teil zuerst nicht löschen und mussten warten bis der Strom ausgeschaltet war“, schildert der Erler FF-Kdt. Andreas Kronthaler. Insgesamt 220 Helfer aus dem Bezirk verhinderten ein Ausbreiten der Flammen. Ins Gebäude, um daraus noch etwas zu retten, durften sie jedoch nicht. Als die Flammen von Erlern, die auf dem Nachhauseweg waren sowie einem benachbarten Wirt entdeckt wurden, hatten sie sich nämlich bereits so weit ausgebreitet, dass sie nicht mehr zu stoppen waren.

In der Halle verbrannten vor allem gelagerte Gegenstände von Andreas Schwaighofer. Er hat sie für seine Zimmerei als Lager genutzt. „Das ist ein kapitaler Schaden“, erzählt er, „vernichtet wurden auch teure Sachen.“ Wie hoch der Schaden auch für die Besitzer der Halle genau ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden, er dürfte aber mehrere hunderttausend Euro erreichen.

Den Schaden an der Stromleitung beziffert Netz AG-Vorstandsdirektor Franz Hairer ebenfalls mit „einigen zigtausend Euro“. Bis Freitag soll die Leitung wieder komplett repariert sein.

Was bleibt, ist die Frage nach der Ursache für den Brand. Scheinbar hat sich das Feuer vom westlichen Ende der Halle her ausgebreitet und angeblich soll ein Knall zu hören gewesen sein. Die Experten der Polizei haben ihre Arbeit aufgenommen. Ermittelt wird in alle Richtungen, also auch wegen Brandstiftung.


Kommentieren


Schlagworte